Krisendiplomatie Putin und Biden wollen am Samstag miteinander telefonieren

US-Präsident Biden und Russlands Staatschef Putin haben sich mit Blick auf die Krise in Osteuropa für ein Gespräch an diesem Samstag verabredet. Kann Krieg noch verhindert werden?
Zwischen US-Präsident Joe Biden und Kremlchef Wladimir Putin ist am Samstag ein Telefonat angesetzt

Zwischen US-Präsident Joe Biden und Kremlchef Wladimir Putin ist am Samstag ein Telefonat angesetzt

Foto: Susan Walsh / dpa

Angesichts der weiter zunehmenden Spannungen im Ukraine-Konflikt wollen Russlands Staatschef Wladimir Putin und US-Präsident Joe Biden nach Angaben des Kremls an diesem Samstag telefonieren. »Tatsächlich hat die amerikanische Seite um ein Gespräch mit Präsident Putin gebeten und morgen Abend Moskauer Zeit ist ein Gespräch der beiden Präsidenten geplant«, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitagabend nach Angaben der Agentur Interfax.

Ein US-Regierungsvertreter sagte: »Sie werden am Samstagmorgen sprechen.« Russland habe ein Telefonat für Montag vorgeschlagen. »Wir haben dann Samstag vorgeschlagen, und sie haben es angenommen.« Samstagmorgen in Washington entspricht dem Mittag oder frühen Nachmittag in Deutschland.

Zuvor hatte schon der nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, ein Telefonat von Putin und Biden in Aussicht gestellt, aber noch keine konkrete Ankündigung gemacht. Moskau bestätigte zudem ein für Samstag geplantes Telefonat des Kremlchefs mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Bereits am Freitag telefonierten die Generalstabschefs der USA und Russlands, Mark Milley und Waleri Gerassimow. Bei dem Gespräch sei es um Sicherheitsthemen gegangen, erklärte das US-Verteidigungsministerium, ohne nähere Angaben zu machen.

Die US-Regierung hatte mitgeteilt, einen russischen Einmarsch in die Ukraine noch vor dem Ende der Olympischen Winterspiele in China am 20. Februar für möglich zu halten und rund 3000 weitere Soldaten in den Nato-Partnerstaat Polen zu verlegen. »Wir sehen weiterhin Anzeichen für eine russische Eskalation, einschließlich neuer Truppen, die an der ukrainischen Grenze eintreffen«, sagte Sullivan. Er machte aber deutlich, dass er damit nicht sagen wolle, dass Putin eine Entscheidung für eine Invasion getroffen habe.

»Die Hysterie des Weißen Hauses ist aufschlussreicher denn je«, behauptete die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa. »Die Angelsachsen brauchen einen Krieg. Um jeden Preis«, schrieb sie im sozialen Netzwerk Telegram.

Russland hat nach westlichen Angaben in den vergangenen Monaten mehr als 100.000 Soldaten an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen. Dies schürt in der Ukraine wie im Westen die Furcht vor einem Großangriff Russlands auf das Nachbarland. Russland bestreitet jegliche Angriffspläne. Zugleich führt der Kreml an, sich von der Nato bedroht zu fühlen.

Seit Wochen läuft eine hektische Krisendiplomatie, um eine Eskalation des Konflikts zu verhindern. Biden und Putin telefonierten zuletzt Ende Dezember miteinander.

jso/mel/dpa/AFP