Boris Johnson »Putin hat die rote Linie zur Barbarei bereits überschritten«

Am Rande des Nato-Gipfels warnt Generalsekretär Stoltenberg Russland vor dem Einsatz von Chemiewaffen in der Ukraine. Großbritanniens Premier glaubt, der Kreml könne mit Sanktionen in die Knie gezwungen werden.
Großbritanniens Premier Boris Johnson

Großbritanniens Premier Boris Johnson

Foto: Henry Nicholls / AP

Russlands Präsident Wladimir Putin hat mit dem Krieg gegen die Ukraine nach den Worten des britischen Premiers Boris Johnson einen Tabubruch begangen. »Wladimir Putin hat die rote Linie zur Barbarei bereits überschritten«, antwortete Johnson am Rande eines Nato-Sondergipfels auf die Frage, ob der Einsatz von Chemiewaffen eine rote Linie sei.

Die Nato müsse jetzt prüfen, was noch getan werden könne, um die Ukraine zu unterstützen und die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland zu verschärfen. »Je härter unsere Sanktionen, je härter unser wirtschaftlicher Schraubstock um das Putin-Regime, desto mehr können wir den Ukrainern helfen, desto schneller könnte die Sache vorbei sein, denke ich.«

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnte Russland zum Auftakt des Sondergipfels in Brüssel indes eindringlich vor dem Einsatz von Chemiewaffen in der Ukraine. Die chemischen Kampfstoffe könnten sich dann auch auf Nato-Territorium ausbreiten, sagte der Norweger. Es gebe immer das Risiko der Kontamination, der Ausbreitung über größere Gebiete.

Wie die Nato auf einen solchen Fall reagieren würde, sagte Stoltenberg nicht. Zugleich machte er deutlich, dass Russland eine entschiedene Reaktion fürchten müsste. »Die Nato ist immer bereit ..., auf jegliche Art von Angriff zu reagieren«, sagte er. Jeder Einsatz chemischer Waffen würde die Art des Konflikts grundlegend verändern. Er wäre eine »eklatante Verletzung des Völkerrechts« und würde »weitreichende und schwerwiegende Folgen« haben, sagte er.

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Sloweniens Regierungschef rechnet nicht mit Chemiewaffeneinsatz

Sloweniens Regierungschef Janez Janša geht nicht davon aus, dass Russland in der Ukraine Chemiewaffen einsetzen wird. »Ich persönlich glaube nicht, dass das russische Militär selbst chemische oder biologische Waffen absichtlich für taktische Zwecke einsetzen wird«, sagte Janša am Donnerstag am Rande eines Nato-Sondergipfels zum Ukrainekrieg in Brüssel. »Das wäre ... sehr unklug und ein Schuss ins eigene Knie.«

Man sei jedoch besorgt, dass die russischen Kräfte Chemieanlagen und ähnliche Einrichtungen beschössen. Das könne eine Katastrophe großen Ausmaßes auslösen. Es habe einen öffentlich bekannten Fall gegeben. Es sei jedoch noch unklar, ob das absichtlich gewesen sei.

mfh/dpa
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