Russischer Angriffskrieg EU plant Ausbildungsprogramm für ukrainische Soldaten

Ukrainischen Soldaten sollen bis zum Kriegsbeginn noch russische Taktiken gelehrt worden sein. Nun erwägt die EU, das Land nicht nur mit Materiallieferungen im Kampf gegen die Kremltruppen zu unterstützen.
Ukrainische Soldaten in Donezk

Ukrainische Soldaten in Donezk

Foto: ANATOLII STEPANOV / AFP

Angesichts des seit einem halben Jahr andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine erwägt die Europäische Union ein Programm zur Ausbildung der ukrainischen Streitkräfte. Dies kündigte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Montag am Rande einer Konferenz im nordspanischen Santander an. Die Verteidigungsminister der 27 EU-Mitgliedstaaten wollen bei einem Treffen am kommenden Montag in der tschechischen Hauptstadt Prag über die Pläne beraten.

Ausbildungspläne schon vor Kriegsbeginn gebilligt

Borrell unterstützte das Vorhaben. »Es erscheint vernünftig, dass ein Krieg, der dauert und voraussichtlich weiter dauern wird, Anstrengungen nicht nur in Form von Materiallieferung, sondern auch in Form von Ausbildung sowie von Hilfe bei der Organisation der Streitkräfte erfordert«, sagte der frühere spanische Außenminister.

Kurz vor dem russischen Überfall auf das Nachbarland hatten die EU-Außenminister bereits Pläne zur Ausbildung der militärischen Führungskräfte der Ukraine gebilligt. Diese sahen insbesondere eine Beratung der früheren Sowjetrepublik bei der Reform der Offiziersausbildung vor. Nach Angaben westlicher Militärs wurden in der Ukraine bis zuletzt noch russische Taktiken gelehrt.

muk/dpa
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