In Kriegsgefangenschaft der prorussischen Separatisten Inhaftierter Brite gestorben

Er war Angaben seiner Familie zufolge als humanitärer Helfer in der Ukraine, prorussische Separatisten warfen ihm vor, ein Söldner zu sein. Nun ist ein britischer Staatsbürger in Gefangenschaft in Donezk gestorben.
Russische Truppen im Osten der Ukraine

Russische Truppen im Osten der Ukraine

Foto: Stanislav Krasilnikov / ITAR-TASS / IMAGO

Ein britischer Staatsbürger hat seine Kriegsgefangenschaft im Osten der Ukraine nicht überlebt. Wie eine Sprecherin der prorussischen Separatisten im Donezk auf dem Onlinedienst Telegram mitteilte, ist Paul U. am 10. Juli in Haft gestorben.

Der Brite wurde Anfang April in der ostukrainischen Donezk-Region gefangen genommen. Angaben seiner Familie zufolge war er als humanitärer Helfer in der Ukraine im Einsatz. Auch die Hilfsorganisation Presidium Network bestätigte die humanitäre Tätigkeit des Briten. Er sei gemeinsam mit einem weiteren Helfer an einem Kontrollpunkt gefangen genommen worden, hieß es im April.

Separatisten im Osten des Landes beschuldigten U. jedoch, ein Söldner zu sein. Er wurde in der selbst ernannten Volksrepublik Donezk wegen »Söldnertätigkeiten« angeklagt. Auch in der Todesmitteilung der Separatisten heißt es nun, U. sei kein humanitärer Helfer, sondern ein Söldner gewesen. Dennoch habe er in Haft eine »angemessene medizinische Versorgung« erhalten.

Als Todesursache nannte die Sprecherin eine »chronische Krankheit und Stress«. »Von unserer Seite erhielt er trotz der schweren Verbrechen, die er begangen hat, die notwendige medizinische Hilfe«, sagte sie. Laut Presidium Network hatte U. Diabetes.

Der Präsident der Hilfsorganisation, Dominik Byrne, reagierte bestürzt auf die Nachricht, wies jedoch darauf hin, dass sie sich bisher nicht verifizieren ließ. »Das sind besorgniserregende Nachrichten, die jedoch noch von keiner Behörde verifiziert wurden, und die Ermittlungen zur Suche nach der Wahrheit dauern an«, sagte Byrne der britischen BBC zufolge.

Todesurteile gegen zwei Briten und einen Marokkaner

Vergangenen Monat wurden zwei Briten und ein Marokkaner von einem Gericht in der selbst ernannten Volksrepublik Donezk zum Tode verurteilt. Die Ausländer hatten als Freiwillige aufseiten der Ukrainer gekämpft und waren von prorussischen Separatisten gefangen genommen worden.

Auf ukrainischer Seite kämpfen viele Freiwillige aus dem Ausland. Kiew selbst hatte sie zu Hilfe gerufen. In Moskau allerdings werden diese Freiwilligen als Söldner bezeichnet. Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, erklärte im Juni, die Männer würden nicht als Kombattanten betrachtet. Die internationalen Konventionen zur Behandlung von Kriegsgefangenen würden für sie nicht gelten.

Die britische Regierung verurteilte die Todesurteile und nannte sie willkürlich. Außenministerin Liz Truss sprach vergangenen Monat von einem »Scheinurteil ohne jegliche Legitimität«.

asc/AFP/Reuters/AP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.