Angriff auf Hafen von Odessa Selenskyj wirft Russland Vertragsbruch vor – Moskau will nicht schuld sein

Im Zuge des Getreideabkommens zwischen der Ukraine und Russland sollten wichtige Häfen von Angriffen verschont bleiben. Die Attacken auf Odessa nennt Außenministerin Baerbock deswegen feige. Der Kreml spricht nur mit der Türkei.
Feuerwehrkräfte im Hafen von Odessa: Trotz der Attacken werden die Vorbereitungen für Exporte fortgesetzt

Feuerwehrkräfte im Hafen von Odessa: Trotz der Attacken werden die Vorbereitungen für Exporte fortgesetzt

Foto: UKRAINIAN ARMED FORCES / via REUTERS

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland wegen des Raketenangriffs auf die Hafenstadt Odessa Vertragsbruch vor. »Was Russland auch verspricht, es findet immer einen Weg, es nicht zu erfüllen«, sagte der Staatschef in einem auf seinem Nachrichtenkanal bei Telegram verbreiteten Video .

Einen Tag nach der Vereinbarung über die Ausfuhr von ukrainischem Getreide über das Schwarze Meer hatte Russland nach Angaben aus Kiew den wichtigen Hafen der Stadt Odessa mit Raketen beschossen. Russland hatte in dem Getreideabkommen zugesichert, Schiffe für den Export über einen Seekorridor fahren zu lassen und nicht zu beschießen. Auch die drei beteiligten Häfen dürfen demnach nicht angegriffen werden.

Moskau hat sich selbst bislang nicht öffentlich zu der Attacke geäußert. Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar sagte jedoch, russische Beamte hätten Ankara mitgeteilt, dass Moskau den Angriff dementiere. »In unserem Kontakt mit Russland sagten uns die Russen, dass sie absolut nichts mit diesem Angriff zu tun hätten und dass sie die Angelegenheit sehr genau und detailliert untersuchen würden«, sagte Akar einer Mitteilung zufolge. Und weiter: »Die Tatsache, dass sich ein solcher Vorfall unmittelbar nach der gestern getroffenen Vereinbarung ereignet hat, hat uns wirklich beunruhigt.«

Ukraine arbeitet an Getreideexporten

Ungeachtet des russischen Angriffs will die Ukraine die Vorbereitungen für sichere Getreideexporte nicht stoppen. »Wir setzen die technischen Vorbereitungen fort, um den Export landwirtschaftlicher Produkte aus unseren Häfen zu starten«, schreibt Infrastrukturminister Alexander Kubrakow auf Facebook . Täglich feuere Russland Raketen auf ukrainische Infrastruktur, so Kubrakow: »Das stoppt unsere Arbeit und unseren Widerstand nicht«.

Mit der Attacke habe Russlands Präsident Wladimir Putin »Uno-Generalsekretär António Guterres und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, die große Anstrengungen unternommen haben, um eine Einigung zu erzielen, ins Gesicht gespuckt«, sagte der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Oleg Nikolenko.

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock verurteilt den russischen Angriff scharf. »Die feigen Raketenangriffe auf den Hafen von Odessa zeigen, dass die Unterschrift der russischen Führung derzeit wenig zählt«, sagte Baerbock der Nachrichtenagentur Reuters.

Auch Uno-Generalsekretär Guterres verurteilte den Beschuss des Hafens einem Sprecher zufolge. Die vollständige Umsetzung des Abkommens sei »zwingend erforderlich«.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell schreibt bei Twitter, die EU verurteile den russischen Raketenangriff. Er bezeichnete es als »besonders verwerflich«, dass Russland einen Tag nach der Einigung von Istanbul für den Getreideexport entscheidende Infrastruktur attackiere. Dies zeige »erneut Russlands völlige Missachtung des Völkerrechts und seiner Verpflichtungen«.

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Die US-Botschafterin in Kiew, Bridget Brink, forderte, Russland müsse zur Rechenschaft gezogen werden. »Der Kreml fährt fort, Grundnahrungsmittel als Waffe einzusetzen«, schreibt Brink auf Twitter. Der Angriff sei ungeheuerlich.

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Die britische Regierung nannte die Attacke »absolut entsetzlich«.

ptz/dpa/AFP/Reuters
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