Luftverteidigung Ungarn schließt Rüstungsdeal mit USA ab

Ungarn modernisiert seine Luftverteidigung. Dafür will das Land offenbar Luft-Luft-Lenkwaffen von den USA kaufen. Eine Absichtserklärung ist bereits unterschrieben.
Ungarns Verteidigungsminister Tibor Benko: Absichtserklärung über Kauf unterschrieben

Ungarns Verteidigungsminister Tibor Benko: Absichtserklärung über Kauf unterschrieben

Foto: Zoltan Balogh / EPA-EFE/ Shutterstock

Ungarn hat einen Rüstungsdeal mit den USA abgeschlossen. Das teilte US-Botschafter David Cornstein mit. Demnach will Ungarn von den USA Raketen im Wert von rund einer Milliarde US-Dollar (850 Millionen Euro) kaufen.

Wie die ungarische Nachrichtenagentur MTI berichtete, unterzeichneten Cornstein und der ungarische Verteidigungsminister Tibor Benko eine Absichtserklärung über den Kauf von Luft-Luft-Lenkwaffen des Typs AMRAAM des US-Herstellers Raytheon für die ungarische Luftwaffe. Laut Cornstein kann Ungarn damit seine Luftverteidigung modernisieren.

Der ungarische Premierminister Viktor Orbán gilt als Sympathisant von US-Präsident Donald Trump gilt. Er pflegt allerdings auch enge Beziehungen mit Moskau und Peking - zum Missfallen des Nato-Partners USA. Orbán nennt seine Außenpolitik "pragmatisch". Mit China unterzeichnete er einen Deal über den Bau einer Schnellzugstrecke. Ebenso will er trotz Protesten aus den USA den chinesischen Technologiekonzern Huawei am Aufbau des 5G-Mobilfunknetzes beteiligen.

Bei den Verteidigungsausgaben kam Orbán den Forderungen Trumps jedoch entgegen und erhöhte den Anteil der Rüstungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt.

US-Außenminister Mike Pompeo ist in dieser Woche in Europa, besucht unter anderem Polen, Tschechien und Österreich. Dabei geht es auch um die Stationierung von US-Truppen sowie den chinesischen und russischen Einfluss in der Region. Nach Ungarn reist Pompeo nicht.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version des Textes war die kommunistische Vergangenheit Ungarns nicht richtig eingeordnet. Ungarn war 1919 einige Monate eine Räterepublik, aber niemals Teil der Sowjetunion. Auch haben wir in einer früheren Version geschrieben, Ungarn habe nach dem Volksaufstand 1956 den Warschauer Pakt verlassen. Tatsächlich hat Ungarn während des Volksaufstandes kurzzeitig einen Austritt proklamiert, ist dann jedoch bis zur Auflösung 1991 Teil des Warschauer Paktes geblieben. Bei dem Rüstungsdeal handelt es sich zudem um Luft-Luft-Lenkwaffen. US-Außenminister Mike Pompeo ist zudem vom 11. bis 15. August auf Europa-Reise, nicht, wie zunächst berichtet, vergangene Woche. Wir haben diese Fehler korrigiert.

hba/AFP
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