Migranten an der Grenze Ungarischer Grenzbeamter feuert Schüsse ab

Ungarische Grenzposten haben nach Polizeiangaben verhindert, dass Migranten aus Serbien ins Land gelangten. Ein Beamter gab demnach mehrere Warnschüsse ab.
Ungarische Polizeibeamte nach dem Vorfall am Grenzübergang Röszke

Ungarische Polizeibeamte nach dem Vorfall am Grenzübergang Röszke

Foto: ZOLTAN GERGELY KELEMEN/EPA-EFE/REX

Ungarische Grenzbeamte haben am Dienstagmorgen Dutzende Migranten daran gehindert, von Serbien aus nach Ungarn zu gelangen. Nach Polizeiangaben feuerte ein Beamter dabei drei Warnschüsse ab.

Bei dem Vorfall seien die meisten Migranten noch am Kontrollposten des Übergangs Röszke aufgehalten worden, sagte eine Polizeisprecherin. Vier Personen, die sich bereits Zutritt nach Ungarn verschafft hätten, seien später aufgegriffen worden. Der Grenzposten in Röszke sei geschlossen worden, während im selben Ort ein größerer Übergang auch für den Frachtverkehr geöffnet bleibe. Es habe keine Verletzten gegeben. Allerdings sei der Zaun nahe dem Grenzübergang von den Migranten beschädigt worden.

Der Straßengrenzübergang zwischen dem serbischen Horgos und dem ungarischen Röszke war zum Zeitpunkt des Zwischenfalls gegen 5.30 Uhr noch geschlossen. Er operiert täglich zwischen 7 und 19 Uhr und liegt wenige Hundert Meter entfernt vom Autobahngrenzübergang Röszke, der rund um die Uhr geöffnet ist.

Flüchtlingshilfswerk: Fast 6000 Menschen stecken in Serbien fest

Ungarn hat seit dem Herbst 2015, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswanderungen nach Europa, seine gesamte Grenze zum südlichen Nachbarn Serbien mit Zäunen und Sperranlagen abgeschottet. Das Land verfolgt unter dem rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orbán eine sehr restriktive Asylpolitik.

Wegen der Grenzsperranlagen an der serbischen und kroatischen Grenze haben sich inzwischen alternative Fluchtrouten etabliert, die durch Bosnien-Herzegowina und Kroatien führen. Der Weg durch Ungarn wird aber weiter benutzt, weil sich hier infolge der Jugoslawien-Kriege über die letzten Jahrzehnte eine bedeutsame Schlepperinfrastruktur aufgebaut hat.

In Serbien stecken nach Angaben des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR knapp 6000 Flüchtlinge und Migranten fest. Die meisten von ihnen warten auf eine Gelegenheit, um über Bosnien, Kroatien oder Ungarn weiterzukommen.

mes/cht/dpa/Reuters
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.