Uno-Generaldebatte Dutzende Länder legen "Versprechen für die Natur" ab

Am Rande der Uno-Generaldebatte haben die Staats- und Regierungschefs aus mehr als 60 Ländern beschlossen, sich stärker für die Artenvielfalt einzusetzen. China, Brasilien und die USA gehören nicht dazu.
Logo der Uno in New York: Vor Kurzem hatte ein Bericht dargelegt, dass keines der 20 vor zehn Jahren für 2020 gesetzten Ziele zur Artenvielfalt erreicht worden sei

Logo der Uno in New York: Vor Kurzem hatte ein Bericht dargelegt, dass keines der 20 vor zehn Jahren für 2020 gesetzten Ziele zur Artenvielfalt erreicht worden sei

Foto: MIKE SEGAR / REUTERS

Kürzlich haben die Vereinten Nationen einen Bericht zur biologischen Vielfalt veröffentlicht - mit ernüchternder Bilanz: Alle vor zehn Jahren für 2020 gesetzten Ziele wurden verfehlt. Am Rand der Uno-Generaldebatte haben sich nun Dutzende Länder zusammengetan und mit einer gemeinsamen Erklärung ihre Absicht unterstrichen, sich stärker für den Erhalt der weltweiten biologischen Vielfalt einzusetzen. Staats- und Regierungschefs aus mehr als 60 Ländern verabschiedeten am Montag in New York gemeinsam ein sogenanntes "Versprechen für die Natur".

"Indem wir dieses Versprechen für die Natur unterstützen, verpflichten wir uns nicht einfach nur zu Worten, sondern zu bedeutsamen Taten und gegenseitiger Rechenschaft, um die Krise des Planeten anzugehen", hieß es in dem Dokument. Unter anderem solle unregulierte Fischerei und Wilderei gestoppt werden und bis 2050 kein Plastikmüll mehr in die Meere gelangen.

"Wie die Coronavirus-Pandemie sehr deutlich gezeigt hat, schützt uns eine intakte natürliche Umgebung vor Krankheiten und kann heilen"

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD)

Zu den Unterstützern gehörten unter anderem Frankreich, Großbritannien und Deutschland. "Die Biodiversität ist unsere Lebensversicherung: Sie liefert saubere Luft und Wasser, Essen, Baumaterial und Kleidung. Sie schafft Jobs und Lebensunterhalt", sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) per Video-Botschaft. "Und wie die Coronavirus-Pandemie sehr deutlich gezeigt hat, schützt uns eine intakte natürliche Umgebung vor Krankheiten und kann heilen."

Zahlreiche große Staaten wie beispielsweise Brasilien, Indien, die USA und China beteiligten sich nicht an der Aktion. Am Mittwoch soll es bei den Vereinten Nationen erstmals eine hochrangige Veranstaltung zum Schutz der biologischen Vielfalt geben, für die allerdings kein gemeinsames Abschlussdokument geplant ist. Das sei ein "Armutszeugnis", kommentierte Florian Titze vom Naturschutzverband WWF Deutschland.

Im chinesischen Kunming ist für das kommende Jahr eine Uno-Biodiversitätskonferenz geplant. "Kunming muss aus der Biodiversität eine allgegenwärtige Sorge und ein politisches Thema machen", sagte der Präsident der Uno-Vollversammlung, Volkan Bozkir. "Jeder muss die Risiken der Untätigkeit verstehen."

asc/dpa
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