Nach geplantem Besuch in Moskau Uno-Generalsekretär Guterres wird auch nach Kiew reisen

Die Vereinten Nationen haben einen Besuch von Generalsekretär António Guterres in der Ukraine angekündigt. Es steht auch ein Treffen mit Wolodymyr Selenskyj auf dem Programm. Zuvor reist der Uno-Chef nach Moskau.
António Guterres: Wichtige Reisen stehen bevor

António Guterres: Wichtige Reisen stehen bevor

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ANDREW KELLY / REUTERS

Rund zwei Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine wird Uno-Generalsekretär António Guterres kommende Woche Russland und die Ukraine besuchen. Nach einem Empfang durch Russlands Präsident Wladimir Putin am Dienstag in Moskau werde Guterres in die Ukraine weiterreisen und dort am Donnerstag unter anderem Präsident Wolodymyr Selenskyj treffen, teilten die Vereinten Nationen am Freitag (Ortszeit) in New York mit.

Es sind jeweils auch Arbeitstreffen mit den beiden Außenministern Sergej Lawrow und Dmytro Kuleba geplant. Die Reise nach Moskau war bereits am Freitag bekannt geworden.

Zuvor hatte Guterres Briefe an die Uno-Vertretungen Russlands und der Ukraine geschickt und darum gebeten, ihn in den Hauptstädten der Länder zu empfangen. Es müssten »dringende Schritte« zur Herstellung von Frieden in der Ukraine herbeigeführt werden. Der Uno-Chef hatte zuletzt mehrfach eine Waffenruhe im Ukrainekrieg gefordert. Es gibt bislang keine Informationen darüber, ob Guterres lediglich nach Kiew reist oder auch in andere Landesteile.

Die Vereinten Nationen wollten den Vorstoß des Generalsekretärs vorerst nicht als offiziellen Mediationsversuch darstellen. Er folgte jedoch auf immer lauter werdende Rufe aus dem Uno-Apparat nach einer aktiveren Rolle von Guterres in dem Konflikt. Zuletzt hatte ein Brief von ehemaligen hochrangigen Uno-Mitarbeitern den Druck erhöht. Sie forderten Guterres darin auf, stärker an einer politischen Lösung zu arbeiten und sehen die Daseinsberechtigung der Vereinten Nationen in Gefahr. Die Reise nach Moskau dürfte eine der wichtigsten in Guterres' Zeit als UN-Generalsekretär werden.

bbr/dpa