Barack Obama beim Uno-Klimagipfel »Wenn wir jetzt nicht handeln, ist es zu spät«

Der steigende Meeresspiegel bedroht mehrere Inselstaaten. Barack Obama hat in Glasgow gefordert, mehr auf diese Länder zu hören. Man sei bei der Bewältigung der Klimakrise nicht annähernd so weit, wie es nötig ist.
Barack Obama war von 2009 bis 2017 Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

Barack Obama war von 2009 bis 2017 Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

Foto: Ian Forsyth / Getty Images

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat beim Weltklimagipfel in Glasgow dazu aufgerufen, auf die besonders vom Klimawandel betroffenen Staaten zu hören. »Sie senden eine klare Botschaft: Wenn wir nicht jetzt handeln – und zwar mutig handeln –, dann ist es zu spät«, sagte Obama. Er bezog sich dabei vor allem auch auf Inselstaaten, die sich durch den steigenden Meeresspiegel bedroht sehen. Das Pariser Klimaabkommen von 2015 wäre nicht zustande gekommen, wenn kleine Inselstaaten und ärmere Länder nicht das Wort ergriffen und ihre Geschichten hörbar gemacht hätten, sagte Obama.

Alle Artikel zum Uno-Klimagipfel

Anfang November trifft sich die Staatengemeinschaft im schottischen Glasgow zur 26. Uno-Klimakonferenz, der COP26. Auf dem zweiwöchigen Treffen geht es darum, die Ziele der Länder zu erhöhen und gemeinsame Regeln für den Kampf gegen die Klimakrise zu definieren. Lesen Sie hier alle Artikel zum Gipfel.

»Wir haben nicht genug getan«, gestand der Ex-Präsident, der sich selbst als »Inselkind« bezeichnete. Obama wurde auf Hawaii geboren. »Ich bin durch meine Erfahrungen, die ich auf Hawaii gemacht habe, geprägt worden«, sagte Obama. Es müsse nun abgesichert werden, dass Versprechen für mehr Klimaschutz auch gehalten würden.

Wählerdruck für ehrgeizigere Klimapläne

Das Klimaabkommen von Paris habe der Welt gezeigt, dass Fortschritte möglich seien, und einen Rahmen geschaffen, in dem wichtige Arbeit geleistet worden sei. Das sei die gute Nachricht, sagte Obama. »Und nun die schlechte Nachricht: Wir sind nicht annähernd da, wo wir sein müssten.«

Ehrgeizigere Klimapläne würden von den verschiedenen Regierungen aber nur kommen, wenn diese einen gewissen Druck von den Wählern spürten.

Obama zeigte sich – wie schon der amtierende US-Präsident Joe Biden – enttäuscht vom Gipfel-Fernbleiben Chinas und Russlands. »Besonders entmutigend war die Tatsache, dass die Staats- und Regierungschefs von zwei der größten Emittenten der Welt, China und Russland, nicht einmal an den Beratungen teilgenommen haben«, sagte der 44. US-Präsident.

Und: Deren »bisherige nationale Pläne zeigen einen gefährlichen Mangel an Dringlichkeit und die Bereitschaft der Regierungen, den Status quo beizubehalten, und das ist schade.«

In Glasgow ringen rund 200 Staaten darum, wie die Erderwärmung noch auf 1,5 Grad begrenzt und das Pariser Klimaabkommen umgesetzt werden kann. Die bisherigen Pläne reichen dafür bei Weitem nicht aus.

svs/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.