Ursula von der Leyen »Ich bin der festen Überzeugung, dass Präsident Putin diesen Krieg schon nicht mehr gewinnen kann«

Laut der EU-Kommissionspräsidentin muss Russland in der Ukraine eine »strategische Niederlage« erleiden. Zudem spricht sich Ursula von der Leyen dafür aus, Wladimir Putin »ins Gesicht zu sagen, was wir von ihm halten«.
Ursula von der Leyen beim G7-Gipfel in Bayern

Ursula von der Leyen beim G7-Gipfel in Bayern

Foto: Sean Gallup / Getty Images

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat am Rande des G7-Gipfels auf Schloss Elmau in Bayern zwei TV-Interviews gegeben und dabei vor allem auch über Russlands Angriffskrieg in der Ukraine gesprochen. In den ARD-»Tagesthemen« erklärte sie : »Ich bin der festen Überzeugung, dass Präsident Putin diesen Krieg schon nicht mehr gewinnen kann.«

Putin müsse in der Ukraine eine »strategische Niederlage« erleiden, sagte von der Leyen. Die Ukraine entscheide selbst, ob und wie sie verhandeln wolle. »Aber alleine die Tatsache, wie die Ukraine sich tapfer verteidigt – aber die Demokratien dieser Welt auch aufstehen gegen den Aggressor –, zeigt schon, dass Putin diesen Krieg nicht mehr gewinnen kann.«

Zudem sprach sich von der Leyen gegen einen Boykott des G20-Gipfels im Herbst aus – auch falls Putin am nächsten Treffen teilnehmen sollte. »Wir müssen sehr genau überlegen, ob wir die gesamte G20 lahmlegen, da plädiere ich nicht dafür«, sagte von der Leyen dem ZDF-»heute journal« . »Meines Erachtens ist G20 zu wichtig, auch für die Entwicklungsländer, die Schwellenländer, als dass wir uns dieses Gremium kaputtmachen lassen sollten auch wieder von Putin.«

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Der nächste Gipfel der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer findet Mitte November auf der indonesischen Insel Bali statt. Zu der Gruppe gehört auch Russland – eine Teilnahme Putins ist also möglich. Es sei wichtig, Putin »ins Gesicht zu sagen, was wir von ihm halten und was wir von dieser Art des Handelns halten«, sagte von der Leyen mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. »Eines ist ganz klar: Es wird kein ›business as usual‹ geben, also nicht Normalität.«

Beim G7-Gipfel seien sich die Teilnehmenden darin einig gewesen, der Ukraine so lange beizustehen, wie es nötig sei, sagte von der Leyen. »Denn hier geht es darum, ob die Demokratien sich durchsetzen, oder ob sich der Aggressor durchsetzt, der brutal die Ukraine überfallen hat.«

Von der Leyen und EU-Ratschef Charles Michel nehmen als Vertreter der Europäischen Union an allen drei Tagen am G7-Treffen teil. Der Gipfel der sieben wichtigen demokratischen Industriestaaten hat am Sonntagmittag begonnen und dauert noch bis Dienstag. Zur Gruppe der Sieben gehören neben Deutschland die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan. Am Montagvormittag soll der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu den Beratungen zugeschaltet werden.

aar/dpa
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