Irak US-Botschaft in Bagdad von Raketen getroffen - Verletzte

Im Bagdader Regierungsviertel sind in den vergangenen Wochen mehrfach Raketen lokaler Milizen eingeschlagen. Jetzt haben Geschosse das Gelände der US-Botschaft getroffen.
US-Botschaft in der "Grünen Zone" der irakischen Hauptstadt Bagdad

US-Botschaft in der "Grünen Zone" der irakischen Hauptstadt Bagdad

Foto: AHMED JALIL/EPA-EFE/REX

Nach mehreren Raketenangriffen auf US-Ziele im Irak ist nun auch das Gelände der amerikanischen Botschaft in der Hauptstadt Bagdad direkt getroffen worden. Der geschäftsführende Ministerpräsident Adil Abd Al-Mahdi bestätigte den Angriff und kündigte an, dass irakische Sicherheitskräfte den Fall untersuchen würden.

Laut einem Bericht der Nachrichtenseite Al-Sumaria wurden mindestens drei Menschen verletzt. Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter von geringen Schäden . Eine offizielle Reaktion von US-Seite gab es zunächst nicht.

Insgesamt seien am Sonntag fünf Raketen im hoch gesicherten Regierungsviertel niedergegangen, teilte das irakische Militär mit. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Angriff. Al-Sumaria berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass Hubschrauber einige Menschen vom Botschaftsgelände evakuieren würden.

Im Stadtzentrum von Bagdad waren in vergangenen Wochen mehrfach Raketen eingeschlagen, unter den Zielen waren mehrere Militärstützpunkte, auf denen sich auch Soldaten der US-Armee aufhielten. Einige davon landeten in oder nahe dem Regierungsviertel, in dem unter anderem die US-Botschaft und die Vertretung Großbritanniens liegen. Bei den Angriffen in dieser sogenannten Grünen Zone wurden in vergangenen Jahren mehrere Menschen getötet oder verletzt. Meist stecken dahinter örtliche Milizen, von denen manche auch vom Nachbarland Iran unterstützt werden.

Ministerpräsident Abd Al-Mahdi verurteilte den jüngsten Angriff, der "den Staat schwächt und seine Souveränität verletzt". Er habe "gravierende Folgen für das ganze Land" und schädige die Beziehungen mit Verbündeten, sagte er laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur INA.

Der Irak als möglicher Kriegsschauplatz

Die Lage im Irak ist seit der Tötung des iranischen Generals Qasem Soleimani durch einen US-Luftangriff in Bagdad Anfang Januar und einen Vergeltungsschlag Irans gegen Militärstützpunkte im Irak, die auch vom US-Militär genutzt werden, sehr angespannt. Die Angriffe hatten Sorgen geschürt, dass der Konflikt zwischen Iran und den USA militärisch eskalieren könnte - mit dem Irak als einem möglichen Kriegsschauplatz.

Das irakische Parlament hatte nach der Tötung Soleimanis einen Abzug aller ausländischen Truppen gefordert, gemünzt war diese Resolution aber vor allem auf das US-Militär. Die irakische Regierung erklärte, sie arbeite an der Umsetzung des Beschlusses. Konkrete Schritte gibt es bislang nicht. Im Irak sind rund 5000 US-Soldaten im Einsatz. Sie waren unter anderem entsendet worden, um das irakische Militär im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" zu unterstützen.

oka/dpa
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