Parteitag bei US-Demokraten Biden sagt Sanders inhaltliche Mitsprache zu

Im Rennen um die Kandidatur zur US-Präsidentschaft waren sie Konkurrenten, jetzt wollen Joe Biden und Bernie Sanders kooperieren. Ein Komitee soll Biden nun eine Frau als "Running Mate" vorschlagen.
Joe Biden und Bernie Sanders (r.) vor einer TV-Debatte im März

Joe Biden und Bernie Sanders (r.) vor einer TV-Debatte im März

Foto: -/ dpa

Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden will seinem früheren Mitbewerber, dem linken Senator Bernie Sanders, inhaltliche Mitsprache beim Parteitag der Demokraten im Sommer zusichern. Das teilte Bidens Kampagne mit. Den Parteiregularien zufolge hätte Sanders nach seinem Ausscheiden aus dem Präsidentschaftsrennen eigentlich eine Reihe von Delegierten an Biden abtreten müssen.

Demnach einigten sich die Teams von Biden und Sanders darauf, Sanders-Anhänger trotzdem anteilig zu den gewonnenen Delegiertenstimmen in die Beratungen beim Parteitag einzubinden. Der moderate Biden hat bereits mehrfach klar gemacht, Anliegen von Sanders und dessen linken Anhängern aufgreifen zu wollen.

Beide Seiten verständigten sich etwa, in gemeinsamen Arbeitsgruppen an inhaltlichen Konzepten für die Zukunft zu arbeiten. Die Demokraten wollen so interne Kämpfe zwischen den Kandidatenlagern wie beim US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 vermeiden, um geschlossen gegen Präsident Donald Trump auftreten zu können.

Sanders war vor gut drei Wochen aus dem Präsidentschaftsrennen der US-Demokraten ausgestiegen und hatte damit den Weg frei gemacht für eine Kandidatur Bidens. Dieser ist nun der einzige verbliebene Anwärter seiner Partei und steht so quasi schon als Herausforderer von Amtsinhaber Donald Trump bei der Wahl im November fest. Offiziell soll er jedoch erst beim Parteitag der Demokraten im August als Präsidentschaftskandidat gekürt werden.

Biden, früher selbst Vizepräsident von US-Präsident Barack Obama, stellte zudem ein Komitee vor, das ihn bei der Suche nach einer weiblichen Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin beraten soll. Es wird geleitet vom Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, dem früheren Senator Christopher Dodd, der Abgeordneten Lisa Blunt und Bidens früherer Beraterin Cynthia Hogan. Die Suche könnte sich über Wochen oder gar Monate ziehen.

DER SPIEGEL

Biden hatte zuvor angekündigt, gemeinsam mit einer Frau in den Wahlkampf gegen Trump ziehen zu wollen. In der US-Geschichte gab es noch nie eine Vizepräsidentin, geschweige denn eine Präsidentin.

fek/dpa
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