Ausnahmezustand Blizzard treibt Schneemassen und eisige Kälte an US-Ostküste

Ein Meter Neuschnee, kein Flugverkehr, Stromausfälle: An der US-Ostküste kämpfen mehrere Bundesstaaten mit den Folgen eines Blizzards. Selbst in Florida und anderen Südstaaten gibt es Frostwarnungen – und Leguane werden zum Risiko.
Eine Frau zieht ein Kind im Schlitten über die Straße in New York City: Bis zu 61 cm Neuschnee

Eine Frau zieht ein Kind im Schlitten über die Straße in New York City: Bis zu 61 cm Neuschnee

Foto: Peter Foley / EPA

Einer der schwersten Winterstürme seit Jahren ist auf die US-Ostküste getroffen. Vielerorts kam das öffentliche Leben zum Stillstand: Tausende Flüge wurden abgesagt, für rund 70 Millionen Menschen galten Unwetterwarnungen. In den Bundesstaaten New York und New Jersey wurde der Ausnahmezustand ausgerufen, in Boston galt der Schneenotstand. Bürgermeisterin Michelle Wu sprach von einem »historischen Sturm«. Im Norden von New York wurde eine erste Tote gemeldet.

In einigen Teilen New Yorks fielen rund 30 Zentimeter Schnee, laut Wettervorhersage könnte sich diese Menge noch einmal verdoppeln. Tausende Obdachlose suchten Unterschlupf im U-Bahnnetz der Neun-Millionen-Metropole. Bürgermeister Eric Adams rief alle New Yorker auf, möglichst zu Hause zu bleiben.

Windböen von bis zu 120 km/h

Auf Long Island im Norden New Yorks wurde eine Frau tot in ihrem Auto gefunden. Vermutlich sei sie erfroren, sagte der Bürgermeister von Nassau County, Bruce Blakeman, im örtlichen Rundfunk.

Der Wetterdienst warnte vor Windböen mit Geschwindigkeiten von 80 bis 120 Stundenkilometern und sprach von »fast unmöglichen Reisebedingungen« im Nordosten der USA. Allein für die Region um Boston sagte er mehr als einen Meter Neuschnee vorher. In Teilen von Massachusetts waren bereits knapp 117.000 Haushalte ohne Strom.

Vorsicht, fallende Leguane!

Nach Angaben der Website FlightAware wurden Freitag und Samstag rund 5000 Flüge gestrichen, für Sonntag meldete sie bereits über 880 weitere Annullierungen. Am schwersten betroffen waren zunächst die Großstädte Boston und New York und ihre Umgebungen.

Selbst für den Süden wurden Frostwarnungen ausgegeben. In Florida wurden die Menschen aufgefordert, sich vor Leguanen in Acht zu nehmen, die – gelähmt von der Kälte – von Bäumen herabstürzen könnten. Die Tiere können bis zu neun Kilogramm wiegen.

Nach Angaben des Wetterdiensts dürfte sich der Schnee- und Eissturm rapide weiter verstärken, ein Phänomen, das manchmal auch als bomb cyclone (Bombenzyklon) bezeichnet wird. Die Gouverneurin des Bundesstaates New York, Kathy Hochul, riet den Bürgern, am Wochenende zu Hause zu bleiben.

Erst vor zwei Wochen hatte ein schwerer Schneesturm für massive Strom- und Flugausfälle im Osten der USA gesorgt.

jlk/AFP
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