Schwere Winterstürme US-Präsident Biden erklärt Wetternotstand für Kalifornien

Schon mindestens 19 Menschen sind wegen der heftigen Unwetter im Westküstenstaat gestorben – nun gibt die US-Regierung Bundeshilfen frei. Kaliforniens Gouverneur sprach eine erneute Warnung aus.
Drohendes Unheil: Wolken türmen sich hinter einer überfluteten Farm in der Nähe des Ortes Chualar (Kalifornien) auf

Drohendes Unheil: Wolken türmen sich hinter einer überfluteten Farm in der Nähe des Ortes Chualar (Kalifornien) auf

Foto: David McNew / AFP

US-Präsident Joe Biden hat wegen der anhaltenden Winterstürme den Notstand im Bundesstaat Kalifornien erklärt. Er ordnete am späten Samstagabend Bundeshilfen für Wiederaufbau- und Reparaturarbeiten in den betroffenen Regionen an.

Seit dem 26. Dezember seien mindestens 19 Menschen bei Überflutungen, Stromausfällen, Schlammlawinen und Erdabbrüchen ums Leben gekommen, teilte die US-Regierung mit. Am Samstag war eine neue Wetterfront mit Starkregen, Schnee und Böen auf die Küste gestoßen. In manchen Regionen ist innerhalb weniger Tage 50 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge eines ganzen Jahres registriert worden.

Der jüngste Sturm einer Serie ist am Samstag mit heftigen Regenfällen über das bereits schwer geplagte Kalifornien hinweggefegt und hat Überschwemmungen verursacht. Felder und Straßen standen vielerorts unter Wasser, Stromleitungen waren beschädigt. Gegen 0.30 Uhr in der Nacht zu Sonntag (MEZ) hatten rund 20.000 Haushalte nach Angaben der Website poweroutage.us keinen Strom.

Katastrophale Überschwemmungen am Fluss Salinas

»Wir sind noch nicht fertig«, warnte der Gouverneur des US-Bundesstaates, Gavin Newsom, am Samstag nach einem Besuch bei Betroffenen. Er mahnte an, »wachsam« zu bleiben.

Fast 26 Millionen Kalifornier waren am Samstagabend nach Angaben des US-Wetterdienstes NWS weiterhin von Hochwasserwarnungen betroffen. Zehntausende Menschen waren zur Evakuierung ihres Zuhauses aufgerufen.

»Katastrophale Überschwemmungen« waren für eine Gegend am Fluss Salinas vorhergesagt, einer wichtigen landwirtschaftlichen Region südlich der Bucht der Metropole San Francisco. Der Fluss trat nach Beobachtung eines Journalisten der Nachrichtenagentur AFP vielerorts über die Ufer und überschwemmte Felder.

In den Bergen führten die Niederschläge zu starken Schneefällen. Die Behörden warnten vor Lawinengefahr.

Nach jahrzehntelanger Dürre leidet Kalifornien nun seit Wochen unter Winterstürmen mit so heftigen Niederschlägen und Schnee, wie es sie in einigen Gebieten seit 150 Jahren nicht mehr gegeben hat.

nis/AFP/Reuters
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