US-Wahlkampf in Coronakrise Demokraten verschieben Nominierungsparteitag

Die Corona-Pandemie bremst nun auch den US-Wahlkampf aus. Die Demokraten wollen ihren Präsidentschaftskandidaten einen Monat später nominieren als bisher geplant.
Ein Schild mit der Aufschrift "Vote here", Wähle hier, in Florida

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Foto: Julio Cortez/ dpa

Joe Biden oder Bernie Sanders - wer zieht für die US-Demokraten gegen Donald Trump in die Präsidentschaftswahlen? Diese Fragen sollte eigentlich Mitte Juli beim Nominierungsparteitag offiziell geklärt werden. Wegen der Coronakrise wird die Veranstaltung in Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin nun um einen Monat verschoben. Wie die Partei mitteilte, soll der Nominierungsparteitag in der Woche um den 17. August nachgeholt werden.

Parteitagsorganisator Joe Solmonese sagte, angesichts des derzeitigen "Klimas der Unsicherheit" sei es das Beste, sich mehr Zeit zu verschaffen, um die Lage zu beobachten und einen "sicheren und erfolgreichen" Parteitag zu ermöglichen. Noch seien Ausmaß und Folgen der Pandemie schwer abzuschätzen.

Zuvor hatte bereits Präsidentschaftskandidat Biden dafür plädiert, die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt abzuhalten. "Ich bezweifle, dass der Parteitag der Demokraten Mitte Juli stattfinden kann. Ich denke, er wird auf August verlegt werden müssen", sagte der Ex-Vizepräsident dem Fernsehsender NBC noch am Mittwochabend.

Auf dem Parteitag wird offiziell der Kandidat gekürt, den die Demokraten für die Präsidentenwahl im November als Herausforderer des republikanischen Amtsinhabers Trump aufstellen. Biden ist Favorit auf die Kandidatur, nachdem er bei den parteiinternen Vorwahlen zuletzt mehrere klare Siege gegen seinen Rivalen Sanders gefeiert hat.

Weißes Haus befürchtet bis zu 240.000 Corona-Tote

Das Rennen um die Kandidatur ist ins Stocken geraten, seit die Coronavirus-Pandemie auch die USA fest im Griff hat. Zahlreiche bundesstaatliche und lokale Behörden haben als Vorkehrung gegen eine Ausbreitung des Virus weitgehende Ausgangssperren verhängt und ursprünglich im März und April angesetzte Vorwahlen verschoben. Biden und Sanders versuchen ihre Anhänger mittlerweile vor allem online zu erreichen.

Bidens Berater teilten mit, ein Telefonat mit Trump arrangieren zu wollen. Darin soll es um die Vorkehrungen gegen die Pandemie gehen. Biden wirft Trump vor, zu langsam und zu zaghaft auf den Ausbruch reagiert zu haben. Trump sagte, er würde sehr gern mit Biden sprechen. "Ich habe ihn immer für einen netten Kerl gehalten."

Präsident Trump hatte die Bürger zuletzt auf "harte Wochen" vorbereitet. Das Weiße Haus geht von Todeszahlen zwischen 100.000 und 240.000 Menschen aus. Bisher sind mehr als 5100 Menschen gestorben. Mehr als 215.000 Infektionsfälle wurden bereits bestätigt und damit so viele wie in keinem anderen Land der Welt. Allerdings liegt dies auch daran, dass inzwischen in den USA umfassend getestet wird.

asc/AFP/Reuters
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