Warnung der US-Geheimdienste Russland und Iran sollen Daten von US-Wählern gestohlen haben

Den US-Geheimdiensten zufolge mischen sich ausländische Kräfte in die US-Präsidentschaftswahl ein: Wählerdaten seien abgegriffen worden, Falschinformationen im Umlauf. Mit einem Video versuche Iran, Verwirrung zu stiften.
Ein Anhänger von US-Präsident Donald Trump vor einem Wahlevent in Pennsylvania

Ein Anhänger von US-Präsident Donald Trump vor einem Wahlevent in Pennsylvania

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BRENDAN MCDERMID / REUTERS

Schon bei der vergangenen US-Präsidentschaftswahl 2016 wollte Russland Einfluss auf Wählerinnen und Wähler nehmen - zu diesem Schluss kam ein fast 1000-seitiger Bericht  des Geheimdienstausschusses des US-Senats. Nun warnen die US-Geheimdienste wenige Tage vor der Wahl erneut vor ausländischer Einmischung.

Russland und auch Iran hätten illegal "einige" persönliche Daten registrierter Wähler erbeutet und würden gezielt Falschinformationen verbreiten. Das sagte US-Geheimdienstkoordinator John Ratcliffe am Mittwoch in einer Pressekonferenz in Washington. Ziel dieser Wahleinmischung sei es, "Verwirrung zu stiften, Chaos zu säen und das Vertrauen in die amerikanische Demokratie zu untergraben".

Konkret hätten iranische Stellen demnach bereits E-Mails verschickt mit dem Ziel, "Wähler einzuschüchtern, sozialen Unfrieden zu schüren und Präsident Trump zu schaden", sagte Ratcliffe. Zusätzlich zu den E-Mails habe Iran ein Video veröffentlicht, in dem fälschlicherweise behauptet werde, dass es leicht sei, im In- und Ausland gefälschte Stimmen abzugeben. Von russischer Seite seien, wie schon 2016, Wählerdaten abgeschöpft worden.

US-Wahl trotz Hackerangriffen sicher

Ratcliffe versicherte aber, die Integrität der Wahl am 3. November sei nicht gefährdet. Der Geheimdienstkoordinator machte keine Angaben dazu, wie viele Wählerdaten Iran und Russland erbeutet haben sollen. Die Daten registrierter Wähler werden in den USA in der Regel vor Ort in Bezirken und Kommunen gespeichert. Es wurden auch keine Angaben dazu gemacht, aus welchen Bundesstaaten oder Orten die Wählerdaten stammen sollen.

Bereits in die Präsidentschaftswahl 2016 hatte Russland nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste massiv interveniert - zugunsten Trumps und zum Schaden seiner unterlegenen Rivalin Hillary Clinton. Diese mutmaßlichen Einmischungen erfolgten den Geheimdiensten zufolge damals unter anderem durch Hackerangriffe und Internetkampagnen unter falschen Identitäten.

Die US-Bürgerinnen und US-Bürger wählen in anderthalb Wochen einen neuen US-Präsidenten. Amtsinhaber Trump liegt in Umfragen hinter seinem Herausforderer Joe Biden von den oppositionellen Demokraten. Am Donnerstagabend treten die beiden Rivalen bei ihrem zweiten und letzten Fernsehduell vor der Wahl gegeneinander an.

mrc/dpa/AFP
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