Vorwahlen in Iowa Demokratenchef Perez fordert Überprüfung der Ergebnisse

Eine technische Panne hat die Vorwahlen der US-Demokraten in Iowa überschattet. Parteichef Tom Perez fürchtet um das Vertrauen der Wähler und drängt darauf, das Ergebnis nachzuprüfen.
Tom Perez: "Genug ist genug"

Tom Perez: "Genug ist genug"

Foto: John Bazemore/ AP

Die US-Demokraten wollen Präsident Donald Trump bei den Wahlen im kommenden November schlagen - müssen dafür aber noch ihren Präsidentschaftskandidaten bestimmen. Die Zahlen aus der ersten Vorwahl im Bundesstaat Iowa ließen jedoch wegen einer technischen Panne lange auf sich warten. Noch bevor das Endergebnis veröffentlich wurde, hat Parteichef Tom Perez eine Überprüfung der Wahlen gefordert.

"Genug ist genug", erklärte Perez am Donnerstag auf Twitter. Angesichts der Probleme bei der Übertragung der Ergebnisse und um das öffentliche Vertrauen wieder herzustellen, fordere er die Demokratische Partei in Iowa dazu auf, "unverzüglich" mit einer Überprüfung zu beginnen. Ob damit eine komplette Neuauszählung der Stimmen gemeint war, wurde nicht unmittelbar klar.

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Perez schrieb in einem weiteren Tweet, es gehe um eine Überprüfung der Unterlagen von jeder einzelnen Parteiversammlung in Iowa, um die Genauigkeit der Angaben sicherzustellen.

Bei diesen sogenannten "Caucus"-Treffen an mehr als 1600 Orten hatten Demokraten und Republikaner in Iowa am Montagabend darüber abgestimmt, wen sie für den besten Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei halten. Allerdings hatten bei den Demokraten technische Probleme bei der Übertragung der Ergebnisse per App zu Chaos und Verzögerungen geführt, weshalb das endgültige Ergebnis tagelang nicht feststand.

Eine "inakzeptable" Panne

Der Chef der Demokratischen Partei in Iowa, Troy Price, entschuldigte sich am Donnerstag erneut für die Panne und nannte sie "inakzeptabel". Allerdings blieb offen, ob er plane, der Forderung des Bundeschefs nachzukommen. Die Erklärung von Price deutete darauf hin, dass eine solche Überprüfung nur vorgenommen werde, sollte dies auch von einer Kampagne der Kandidaten gefordert werden.

DER SPIEGEL

Mittlerweile hat die Partei das Endergebnis der ersten Vorwahl veröffentlicht. Demnach liegt der pragmatisch-moderate Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg hauchdünn vor dem linksgerichteten Senator Bernie Sanders an der Spitze, wie die Regionalsektion der Demokraten in Iowa am Donnerstagabend (Ortszeit) nach Auszählung der Stimmen in allen Bezirken mitteilte. Buttigieg kommt den Angaben zufolge auf 26,2 Prozent, Sanders auf 26,1 Prozent.

Die ebenfalls linksgerichtete Senatorin Elizabeth Warren liegt demnach mit 18 Prozent auf dem dritten Platz. Hinter ihr folgen der frühere Vizepräsident Joe Biden (15,8 Prozent) und die Senatorin Amy Klobuchar (12,3 Prozent). Beide sind Vertreter des moderaten Parteiflügels.

Spott von Präsident Trump

Präsident Trump, der bei der Wahl am 3. November für eine zweite Amtszeit antreten will, machte sich bei einer Ansprache am Donnerstag im Weißen Haus über die Demokraten lustig und sprach von einem "Fiasko" in Iowa. Die Demokraten seien nicht mal in der Lage, einige Stimmen auszuzählen, spottete er.

Am kommenden Dienstag steht die nächste Vorwahl in New Hampshire an. In Umfragen liegt Sanders dort bislang in Führung. Die Vorwahlen ziehen sich insgesamt bis Juni hin.

asc/dpa