DER SPIEGEL

Washington, D.C., nach der US-Wahl "Vor uns liegt ein langer Kampf"

Katerstimmung statt Krawall: In Washington, D.C., breiten sich am Tag nach der Wahl vor allem Ungewissheit und Enttäuschung aus.
Von Anne Martin und Leonie Voss mit Stimmen und Eindrücken aus der US-Hauptstadt.

Am Tag nach der Wahl wirkt Washington D.C. ernüchtert und enttäuscht. Hier an diesem Platz, wo gestern noch eine fröhliche Wahlparty gefeiert wurde, herrscht Ernüchterung. Wir sind durch Washington D.C. gefahren. Die Straßen sind leer, wie ausgestorben. Und alle Menschen, mit denen wir gesprochen haben, ja, die haben Angst davor, wie der weitere Auszählungsprozess abläuft und vor allem, was Donald Trump hier im Weißen Haus als nächstes tun wird.

Ich bin besorgt darüber, dass die Republikaner versuchen werden, sie daran zu hindern, alle Stimmen auszuzählen, und sie werden nur versuchen, die Wahl zu stehlen.

Ich versuche immer wieder, unseren Präsidenten im Zweifelsfall zu entlasten und ihm Raum zu geben, das Richtige zu tun. Und er enttäuscht mich immer wieder.

Ich als Bürger der Vereinigten Staaten möchte, dass Donald Trump die Demokratie respektiert. Aber meine persönliche Überzeugung ist, dass wir einen langen Kampf vor uns haben werden, und es wird Menschen auf den Straßen erfordern, die fordern, dass die Demokratie respektiert wird.

Es ist eine sehr schmerzliche Erkenntnis, dass viele Menschen für einen Mann gestimmt haben, der ein pathologischer Lügner ist, der unsere Institutionen zerstört hat, der das Konzept von Fakten und Wahrheit zerstört hat. Er ist ein Rassist. Er ist ein Frauenhasser. Er ist ein unglaublich schädlicher Mensch. Und es ist sehr schwer zu sehen, dass viele unserer Leute in unserem Land wieder für ihn gestimmt haben,

Für den Verlauf des Tages haben weitere Bürgerrechtsgruppen Proteste angekündigt. Wie groß die ausfallen, hängt davon ab, wie das Rennen um die Bundesstaaten weitergeht und wann die Auszählung komplett ist.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.