US-Nachwahlbefragung Trump gewinnt in vielen Bevölkerungsschichten Stimmen – nur bei weißen Männern nicht

2016 konnte sich Donald Trump vor allem auf eine Wählergruppe verlassen: weiße Männer. Nun muss der Präsident hier offenbar Verluste einstecken. Bei weißen Frauen, Schwarzen und Latinos legte er aber zu.
US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump

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Evan Vucci / AP

Es war eine der großen Erkenntnisse aus der US-Präsidentschaftswahl 2016: Weiße Männer hatten einen entscheidenden Beitrag zu Donald Trumps überraschendem Triumph geleistet. Damals betrag der Abstand zwischen dem Republikaner und seiner demokratischen Herausforderin Hillary Clinton in dieser Wählergruppe etwa 30 Prozentpunkte.

Nun ist Trumps Vorsprung als amtierender US-Präsident aber offensichtlich deutlich geschrumpft. Laut der landesweiten Nachwahlbefragung von Edison Research stimmten nun 58 Prozent der weißen Männer für Trump, für seinen Konkurrenten Joe Biden 40 Prozent – ein Unterschied von nur noch 18 Prozentpunkten. (Sehen Sie hier mehr Daten zur Nachwahlbefragung, Details zum Vergleich zu 2016 finden Sie hier .)

Gleichzeitig aber konnte Trump der Erhebung zufolge bei anderen Gruppen aufholen oder seinen Vorsprung sogar ausbauen. Bei weißen Frauen kommt Trump nun auf 55 Prozent (+2), Biden auf 43 Prozent. Hillary Clinton hatte hier 2016 nur 9 Punkte weniger geholt als Trump. Bei schwarzen Männern (+4) und Frauen (+4), bei Latinos (+3) und Latinas (+3) verbesserte sich Trump im Verhältnis zur Konkurrenz ebenfalls – wenngleich diese Gruppen weiterhin mit deutlicher Mehrheit demokratisch wählen.

Dass Biden hier aber offenbar nicht wie erhofft den Abstand zu Trump vergrößern konnte, dürfte eine Erklärung sein, warum die Wahl für die Demokraten zu einer regelrechten Zitterpartie wurde. (Verfolgen Sie die Entwicklungen im Liveticker.) Die Umfragen hatten über Monate einen klaren Vorsprung für den Demokraten Biden vorausgesagt. Aufgrund des besonderen Wahlsystems ist die landesweite Stimmungslage in solchen Erhebungen jedoch wenig aussagekräftig.

Nach der Wahl am Dienstag (Ortszeit) war am Dienstagnachmittag noch völlig unklar, wer das Rennen ums Weiße Haus für sich entscheidet. In Staaten wie Pennsylvania, Nevada und North Carolina könnte sich die Auszählung noch Tage hinziehen. Das jeweilige Wahlrecht lässt das zu.

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Trump hatte sich ungeachtet des offenen Ausgangs in der Nacht zum Sieger erklärt. "Offen gesagt, wir haben diese Wahl gewonnen", verkündete er bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Wahl. Zugleich erklärte er, sich für einen Stopp der Auszählung von noch nicht gewerteten Stimmen einsetzen zu wollen – vor dem Obersten Gericht der Vereinigten Staaten. Die Ansage wurde im In- und Ausland scharf als undemokratisch gegeißelt.

kev
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