Newsblog zur US-Wahl am Donnerstag Jetzt schießt Trump auch gegen seinen Haussender Fox

Donald Trump gehen die Verbündeten aus. Nun zieht er sogar über Fox News her. Wer seine "Goldene Gans“ vernachlässigt, habe es nicht anders verdient. Joe Biden telefoniert derweil mit dem Papst. Der Überblick am 12. November.
Donald Trump im Juli im Interview mit Fox News Sunday

Donald Trump im Juli im Interview mit Fox News Sunday

Foto: Brian Cahn/ imago images/ZUMA Wire

Nichts mehr verpassen: Alle Entwicklungen und die wichtigsten Hintergründe zur US-Präsidentschaftswahl finden Sie auf unserer Themenseite.

+++ Jetzt schießt Trump auch gegen seinen Haussender Fox +++

20.44 Uhr: Bei all den Medien, die Donald Trump wieder und wieder mit Fakten Lügen gestraft haben, konnte Noch-Präsident Trump sich auf einen Sender meist verlassen: Fox News war stets zur Stelle, wenn er seine eigene Wahrheit, seine alternativen Fakten unters Volk bringen wollte.

Doch spätestens seit sogar Fox News Joe Biden zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten erklärt hat, scheint es endgültig einen Bruch zwischen Trump und seinem Haussender zu geben. Auf Twitter macht er sich in Großbuchstaben über Fox lustig, schreibt von "komplett zusammengebrochenen" Einschaltquoten. "Sehr traurig" sei das anzusehen, "aber sie haben vergessen, was sie groß gemacht hat".  

Dazu teilt er Empfehlungen anderer Twitter-Nutzer, etwa für den Trump-freundlichen Privatsender OANN oder die rechts-konservative Website Newsmax.

Biden telefoniert mit dem Papst

19.11 Uhr: Joe Biden hat am Donnerstag mit Papst Franziskus telefoniert und den Wunsch nach einer Zusammenarbeit bei der Integration von Flüchtlingen zum Ausdruck gebracht. Weitere Themen seien Armutsbekämpfung und Klimakrise gewesen, teilte das Büro Bidens mit. Der gewählte US-Präsident habe dem Papst für Glückwunsch und Segen gedankt.

Der 77-jährige Biden ist bekennender Katholik. Am ersten Tag nach Bekanntgabe seines Wahlsiegs nahm er in Wilmington, Delaware an einem Gottesdienst in der Kirche St. Joseph on the Brandywine teil, auf dessen Friedhof sein Sohn Beau beigesetzt wurde.

Facebook und Google verlängern Blockade politischer Werbung in den USA

18.51 Uhr: Facebook und Google verlängern nach der US-Präsidentschaftswahl ihre Blockade politischer Werbung. "Wir halten die Werbepause und weitere vorübergehende Maßnahmen zum Schutz der Wahl aufrecht", schrieb Facebook-Manager Rob Leathern bei Twitter. Auch Google hält Medienberichten zufolge daran fest, vorerst keine politischen Anzeigen zuzulassen.

Facebook-Manager Leathern schrieb, von dem Werbestopp sei auch der Bundesstaat Georgia betroffen, in dem Anfang Januar zwei wichtige Stichwahlen für den US-Senat anstehen. Er verstehe die "Enttäuschung" darüber. Facebook habe aber derzeit nicht die technischen Möglichkeiten, politische Anzeigen für einen bestimmten Bundesstaat oder für einen bestimmten Kunden freizuschalten. Die Entscheidung stieß bei Republikanern wie Demokraten auf Kritik.

Die beiden Stichwahlen werden darüber entscheiden, ob die Republikaner von Präsident Donald Trump ihre Senatsmehrheit verteidigen oder ob die Demokraten des neugewählten Präsidenten Joe Biden eine Stimmengleichheit von 50 zu 50 Senatoren herstellen können. In diesem Fall würde die künftige Vizepräsidentin Kamala Harris bei einer Pattsituation mit ihrer Stimme den Ausschlag geben.

Facebook hatte im Kampf gegen Falschinformationen eine Woche vor der US-Präsidentschaftswahl vom 3. November keine neue Wahlwerbung mehr zugelassen.

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US-Admiral über Trumps Personalrochade im Pentagon: "Trump giert nach Rache und kocht vor Zorn"

18.30 Uhr: Nach der Wahlniederlage besetzt Präsident Trump die Spitze des Pentagons mit Loyalisten. Hier schildert James Stavridis, früher oberster US-Kommandeur bei der Nato, welche Folgen das haben kann. Lesen Sie hier das Interview.

Höchste Wahlbeteiligung in den USA seit 1908

18.15 Uhr: An der US-Präsidentschaftswahl haben sich im Verhältnis zur Gesamtzahl der Wahlberechtigten so viele Bürgerinnen und Bürger beteiligt wie seit mehr als einem Jahrhundert nicht mehr. Nach den Daten der bisherigen Auszählung ergibt sich eine Wahlbeteiligung von mindestens 63,9 Prozent, wie die "Washington Post" am Donnerstag berichtete. Höher war die Beteiligung bei einer US-Präsidentschaftswahl zuletzt 1908 mit 65,7 Prozent.

Nach Berechnungen der Zeitung und des Marktforschungsinstituts Edison Research könnte die Beteiligung an der US-Wahl vom 3. November nach Abschluss der Auszählung auf 66,5 Prozent steigen. Dies wäre dann der höchste Wert seit der Wahl von 1900, als 73,7 Prozent der wahlberechtigten Amerikaner ihre Stimme abgaben – damals wurde der republikanische Präsident William McKinley wiedergewählt, allerdings ohne die Stimmen von Frauen oder Angehörigen indigener Minderheiten, die damals nicht wahlberechtigt waren.

Am höchsten war die Wahlbeteiligung in der vergangenen Woche in Minnesota mit erwarteten 81,7 Prozent. Danach folgen Wisconsin (75,5 Prozent) und Colorado (76,5 Prozent). Am niedrigsten war die Beteiligung demnach im Südstaat Mississippi mit voraussichtlich 54,5 Prozent.

Trump schießt gegen Haussender Fox

17.45 Uhr: Jahrelang galt Fox News als Haussender von US-Präsident Donald Trump. Doch wie viele andere Medien hat der Sender Joe Biden bereits zum designierten Präsidenten erklärt. Nun scheint es zum Bruch mit Trump zu kommen. Auf Twitter kritisierte Trump den Sender scharf. Jetzt würden die Einschaltquoten sinken, behauptete Trump. "Es ist sehr traurig zu sehen, was passiert", so der amtierende Präsident: "Aber sie haben vergessen, was sie erfolgreich gemacht hat, was sie dorthin gebracht hat. Sie haben die Goldene Gans vergessen." Damit spielte Trump darauf an, dass er dem Sender hohe Einschaltquoten beschert habe.

Der größte Unterschied zwischen den Wahlen 2016 und 2020 sei Fox News gewesen, schrieb Trump. Damit machte er den Sender indirekt für seine Niederlage verantwortlich. Die allerdings hat Trump noch gar nicht akzeptiert. Er will gegen das Wahlergebnis Rechtsmittel einlegen.

In den vergangenen Jahren galt Fox News als wichtiger Sender für Trumps Wählerbasis. Doch schon in der Wahlnacht gab es Ärger zwischen dem Sender und Trump. Früher als viele andere Medien rief Fox Bidens Sieg in Arizona aus. Später nannte auch Fox Biden den gewählten Präsidenten. Nicht alle Moderatoren des Senders  unterstützten Trumps unbegründete Betrugsvorwürfe.

Zuletzt hab es Vermutungen, Trump könne bald seinen eigenen Fernsehsender gründen .

Obama führt Entwicklung der Republikaner auf die Wahl 2008 zurück

17.30 Uhr: Die Polarisierung der amerikanischen Politik hat nach Einschätzung von Ex-Präsident Barack Obama mit seiner Wahl im Jahr 2008 einen entscheidenden Schub erhalten. Seitdem hätten antiliberale Strömungen in der Republikanischen Partei zugenommen, schreibt Obama laut CNN  in einem neuen Band seiner Memoiren, der am Dienstag kommender Woche veröffentlicht wird.

"Es war, als ob allein meine Anwesenheit im Weißen Haus eine tiefsitzende Panik losgelöst hätte, eine Vorstellung, dass die natürliche Ordnung gestört worden sei", schrieb Obama laut CNN. Deshalb habe sein Nachfolger Donald Trump mit Unterstellungen begonnen, dass er nicht in den Vereinigten Staaten geboren und daher kein legitimer Präsident gewesen sei. "Millionen von Amerikanern, die über einen Schwarzen im Weißen Haus erschrocken waren, versprach er ein Heilmittel für ihre rassistischen Ängste."

Wiederholt geht Obama in seinem Buch auf Entwicklungen der Republikanischen Partei während seiner insgesamt achtjährigen Amtszeit ein. Ein entscheidender Moment war aus Sicht Obamas die Berufung von Sarah Palin als Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin durch den dann unterlegenen republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain: "Mit Palin schien es, als würden die dunklen Geister, die schon lange am Rand der modernen Republikanischen Partei lauerten – Fremdenfeindlichkeit, Anti-Intellektualismus, paranoide Verschwörungstheorien, eine Antipathie gegenüber Schwarzen und Braunen – ihren Weg auf die Hauptbühne finden würden."

In dem 768 Seiten umfassenden Buch mit dem Titel "A Promised Land" (Ein Gelobtes Land) blickt Obama kurz auf Kindheit und politischen Aufstieg zurück, ehe er ausführlich über den Wahlkampf von 2008 und die ersten vier Jahre im Amt berichtet. Obama hat bereits zwei Bücher über sein Leben geschrieben – "Dream from My Father" (1995) und "The Audacity of Hope" (2006).

Barack Obama unterstützte Joe Biden im Wahlkampf

Barack Obama unterstützte Joe Biden im Wahlkampf

Foto:

Michael M. Santiago / Getty Images

Pelosi: "Bedauerlich, dass Republikaner Willen des Volkes nicht respektieren"

17.10 Uhr: Die Demokratin Nancy Pelosi, Sprecherin des Repräsentantenhauses, hat die Republikaner dafür kritisiert, die Wahl von Joe Biden zum neuen Präsidenten nicht anzuerkennen. "Es ist sehr bedauerlich, dass die Republikaner beschlossen haben, dass sie den Willen des Volkes nicht respektieren werden", sagte Pelosi bei einer Pressekonferenz.

Allerdings glaube sie nicht, dass Biden von der Übergangsphase negativ beeinflusst werde. "Er kennt das Gebiet. Also wird es ihm beim Übergang gut gehen", sagte Pelosi. Sie kritisierte allerdings den Umgang der Republikaner mit der Coronakrise. Zuletzt meldeten die USA etwa 143.000 Corona-Neuinfektionen im Land. "Das Haus brennt und sie weigern sich, es zu löschen", so Pelosi.

Biden hat angekündigt, in seiner Amtszeit rigorosere Anti-Corona-Maßnahmen einführen zu wollen.

Fauci: Übergangsphase hat "keine negativen Auswirkungen" auf Kampf gegen Corona

16.40 Uhr: Anthony Fauci, Immunologe und Berater von Donald Trump, sieht in der aktuellen Übergangsphase bis zur Präsidentschaft von Joe Biden kein Problem für den Kampf gegen die Coronakrise. "Das hat sicher keine negativen Auswirkungen auf unsere Fähigkeiten und unsere Aktivitäten bei der Entwicklung von Impfstoffen und Gegenmaßnahmen", sagte Fauci dem Fernsehsender ABC . Trotz der positiven Nachrichten über einen möglichen Impfstoff sei die Pandemie immer noch eine große Herausforderung. "Wir befinden uns in einer schwierigen Situation und wir müssen einfach weiter Druck machen."

Fauci berät Trump in der Coronakrise. Allerdings hat der US-Präsident Fauci mehrfach öffentlich widersprochen und ihn kritisiert. Zuletzt hatte Fauci erklärt, längere Zeit keinen Kontakt zu Trump gehabt zu haben. Der gewählte Präsident Biden hat rigorosere Anti-Corona-Maßnahmen für seine Amtszeit angekündigt.

Die US-Wahl beim SPIEGEL

16.00 Uhr: Alle Reportagen, Interviews, Analysen zum Sieg Bidens und zur Niederlage Trumps lesen Sie mit SPIEGEL+, hier bekommen Sie einen Testzugang.

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Ohios republikanischer Gouverneur erkennt Biden als gewählten Präsidenten an

15.50 Uhr: Der republikanische Gouverneur von Ohio, Mike DeWine, erkennt Joe Biden als gewählten Präsidenten an. "Ich denke, dass wir den ehemaligen Vizepräsidenten als den gewählten Präsidenten in Betracht ziehen müssen. Joe Biden ist der designierte Präsident", sagte DeWine bei CNN . Die Regierung habe aber jedes Recht, vor Gericht zu ziehen. "Unsere Gerichte sind der beste Ort, um über Fakten zu urteilen", so DeWine. Präsident Donald Trump hatte rechtliche Schritte gegen die Wahl angekündigt. "Wir müssen einfach alle einmal tief durchatmen", sagte DeWine: "Wir müssen dieses Land vorwärts bringen".

Mit DeWine wächst die Zahl der Republikaner, die Trump nicht direkt in seinen Betrugsvorwürfen unterstützen. Allerdings hatte zuletzt der Gouverneur von West Virginia, Jim Justice, erklärt, Joe Bidens Wahl nicht anzuerkennen. Erst wenn Biden offiziell gewählt sei, sollte man ihn unterstützen, meinte Justice.

Auszählungen: Wahlergebnisse stabilisieren sich

15.15 Uhr: Neun Tage nach der Präsidentschaftswahl werden in den USA weiter Stimmen ausgezählt. Bei der Aktualisierung der Ergebnisse in einzelnen Bundesstaaten kam es am Donnerstag nur zu kleinen Verschiebungen der bisher absehbaren Mehrheitsverhältnisse.

Insgesamt steht der demokratische Kandidat Joe Biden als Wahlsieger fest, mit 279 Stimmen für die Wahlversammlung im Dezember. Für die Mehrheit reichen 270 dieser Wahlleute. Trump hat bisher 217 Wahlleute hinter sich. Hier ein Überblick zu den vorläufigen Ergebnissen in denjenigen US-Staaten, die noch ohne Entscheidung oder besonders umstritten sind.

  • Georgia: Der Staat im Südosten hat 16 Stimmen für die Wahlversammlung zu vergeben. Bidens Vorsprung stabilisierte sich am Donnerstag auf etwa 14.000 Stimmen. Das bedeutet 49,5 Prozent für Biden und 49,2 Prozent für Amtsinhaber Donald Trump. Mit Blick auf das knappe Ergebnis hat die Regierung in diesem US-Staat bereits eine Neuauszählung aller Stimmen angekündigt. Bei Nachzählungen im Anschluss an vergangene Präsidentschaftswahlen kam es bisher höchstens zu Änderungen im dreistelligen Bereich.

  • North Carolina: Der Staat an der Ostküste entsendet 15 Wahlleute. Hier führte Trump mit rund 73.300 Stimmen Vorsprung und hielt einen Anteil von 50,0 Prozent. Biden hatte 48,7 Prozent.

  • Arizona: In dem Staat im Südwesten der USA geht es um elf Wahlleute. Der zu Beginn der Auszählung deutliche Vorsprung für Biden schrumpfte am Donnerstag weiter auf zuletzt 11.635 Stimmen. Das sind 49,4 Prozent für Biden und 49,1 Prozent für Trump. Die Nachrichtenagentur AP und der TV-Sender Fox hatten in Arizona bereits in der Wahlnacht eine Entscheidung für Biden gemeldet, andere Medien blieben dagegen zurückhaltend.

  • Nevada: In dem Staat sind sechs Stimmen zu vergeben, die nach Meldungen von US-Medien Biden bekommt. Dessen Vorsprung wuchs am Mittwoch auf mehr als 36.800 Stimmen. Der gewählte US-Präsident kam dort auf einen Anteil von 50,2 Prozent, Trump verfehlte die Mehrheit mit 47,5 Prozent.

Donald Trump beruft sich bei Wahlsieg in Alaska auf AP

15.00 Uhr: Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) sowie große Fernsehsender wie CNN oder Fox News haben Joe Biden bereits zum designierten Präsidenten erklärt. Donald Trump protestiert dagegen. Doch nun beruft sich auch der US-Präsident auf die Wahlauswertung von AP, nämlich bei seinem erwarteten Wahlsieg in Alaska. "Das hat lang genug gedauert", kommentierte Trump einen Tweet von AP, in dem er am Mittwoch zum Wahlsieger des Bundesstaats erklärt worden war. Trump säte außerdem – erneut ohne Belege – Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Wahlen in anderen Bundesstaaten.

Zuvor hatte bereits Ivanka Trump eine äußerst selektive Wahrnehmung der Wahl präsentiert. "Präsident Trump und republikanische Senatoren gewinnen Alaska, überwältigend und mit einem massiven Vorsprung", schrieb die Tochter des Präsidenten zu dem AP-Tweet. Über die Gesamtniederlage schrieb sie dagegen nichts.

Nach US-Wahl: Ziemiak wirft SPD "unterschwelligen Antiamerikanismus" vor

14.45 Uhr: SPD-Fraktionschef Mützenich will mehr Unabhängigkeit von den USA, der CDU-Generalsekretär Ziemiak wittert "Antiamerikanismus" und will den Koalitionspartner auf Linie bringen. Unterstützung könnte von unerwarteter Seite kommen.

Bundespräsident Steinmeier: "Berechtigte Hoffnung" auf Erneuerung des transatlantischen Bündnisses

14.05 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat verstärkte Investitionen Deutschlands auch im Sicherheitsbereich gefordert, um die EU zu stärken und das Bündnis mit den USA erneuern zu können. Die Bundeswehr sei nötig, "weil unser Werben für eine Logik der Zusammenarbeit in der Welt und für eine starke, gerechte internationale Ordnung nicht aus einer Position der Schwäche gelingt", sagte Steinmeier am Donnerstag in Berlin laut Redemanuskript auf einem Gelöbnis für junge Soldaten. "Das wird uns mehr kosten, aber es sollte uns mehr wert sein als nur Geld. Gerade in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik."

Mit dem Wahlsieg von Joe Biden in den USA gebe es die "berechtigte Hoffnung", das transatlantische Bündnis erneuern zu können. Aber Europa werde für die USA auch unter einem US-Präsidenten Biden nicht mehr so zentral sein wie früher. Sicherheitspolitisch müsse sich Deutschland deshalb sowohl in der EU als auch beim Aufbau eines europäischen Pfeilers in der Nato engagieren. "Wir Deutsche müssen verstehen, dass ein starkes Europa unsere Investition in dieses transatlantische Verhältnis ist." Deshalb müsse man mehr in Europa investieren. Zugleich lehnte Steinmeier es ab, dass man sich sicherheitspolitisch nur auf die EU verlassen sollte.

Trumps Anwaltskanzlei in der Kritik

13.37 Uhr: Die Anwaltskanzlei Jones Day vertritt Donald Trumps Wahlkampagne in einem Rechtsstreit in Pennsylvania. Dabei geht es um die Frist für den Erhalt von Briefwahlzetteln. Diese zählten in dem US-Bundesstaat auch, wenn sie drei Tage nach dem Wahltag am 3. November eintrafen. Trumps Team wehrt sich dagegen. Nun regt sich aber Protest gegen die Anwaltskanzlei.

Kritiker wie das Lincoln Project, eine Gruppe Trump-kritischer Republikaner, wirft der Kanzlei vor, Trump dabei zu unterstützen, die Rechtmäßigkeit der Präsidentenwahl infrage zu stellen. Auch Jurastudenten von US-Universitäten kritisieren die Kanzlei. Einige erwägen einen Boykott, sagte Molly Coleman, eine Absolventin der Harvard Law School von 2020 und Geschäftsführerin des Jurastudenten- und Anwaltsnetzwerks People's Parity Project.

Bereits vor wenigen Tagen hatte die "New York Times"  berichtet, intern hätten Anwälte bei Jones Day Bedenken über das Mandat geäußert. Es habe Meinungsverschiedenheiten unter leitenden Anwälten gegeben.

Öffentlich verteigte Jones Day den Auftrag. Der Fall werfe wichtige verfassungsrechtliche Fragen auf, so Jones Day. Die Kanzlei distanzierte sich davon, Misstrauen in die Ergebnisse der Wahl zu säen. Jones Day vertrete "keine Partei in einem Rechtsstreit, der die Ergebnisse der allgemeinen Wahlen von 2020 anfechtet oder anfechten würde", hieß es.

Trumps Herausforderer Joe Biden liegt in Pennsylvania mit etwa 50.000 Stimmen vor dem US-Präsidenten, die 20 Wahlmänner hat er für sich gewonnen. Entscheidend dafür waren vor allem Briefwahlstimmen von demokratischen Wählerinnen und Wählern.

Lawrow erwartet ähnliche US-Außenpolitik wie unter Obama

13.10 Uhr: Der russische Außenminister Sergej Lawrow erwartet von US-Wahlsieger Joe Biden eine ähnliche US-Außenpolitik wie unter Barack Obama. Insbesondere in Bezug auf Iran und den Klimawandel erwarte er, dass sich die Außenpolitik gleichen werde, sagte Lawrow am Donnerstag. Biden war unter Obama Vizepräsident.

Am Montag hatte der Kreml mitgeteilt, dass er Biden noch nicht zum Wahlsieg gratuliere. Man wolle das offizielle Ergebnis der Wahl abwarten, hieß es. Man habe zur Kenntnis genommen, dass der amtierende Präsident Donald Trump rechtliche Schritte gegen die Wahl einleiten wolle.

Neuauszählung in Georgia: "Showdown aller Showdowns"

12.50 Uhr: Unregelmäßigkeiten gab es nicht – doch weil das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl in Georgia knapp ausfiel, werden die Stimmen neu ausgezählt. Im Rennen um die Senatssitze des Staates hat indes der Wahlkampf begonnen.

Scholz sieht nach Bidens Wahlsieg größere Chancen für Digitalsteuer

12.35 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sieht nach dem Sieg von Joe Biden bei der US-Präsidentschaftswahl gestiegene Chancen für eine internationale Einigung auf eine Digitalsteuer. Mit Biden gebe es "eine neue Bereitschaft, unterschiedliche Interessen kooperativ auszuhandeln", sagte Scholz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland . Dies sei auch in der Frage der Digitalbesteuerung sehr wichtig, denn diese solle international im Konsens geklärt werden.

Die Blaupausen für eine Einigung über die Digitalsteuer lägen bereits auf dem Tisch, so Scholz. Es sei verabredet, dass bis zum nächsten Sommer im Rahmen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eine Einigung stehe. "Ich bin zuversichtlich, dass dies gelingen wird", sagte der Bundesfinanzminister.

Die OECD hatte Mitte Oktober mitgeteilt, dass ein ursprünglich bis Jahresende anvisiertes Abkommen über die Digitalsteuer nicht mehr realistisch sei. Schon damals hatte Scholz erklärt, dass er auf eine Einigung bis zum Sommer setze. Mit der Digitalsteuer soll eine höhere Besteuerung von US-Onlinekonzernen wie Google oder Facebook in Europa erreicht werden. Diese Konzerne bezahlen in der EU bislang nur sehr geringe Steuern.

Francis Fukuyama über die Folgen der US-Wahl: "Ich hoffe, dass Trump 2024 noch mal antritt"

12.20 Uhr: Werden sich die 70 Millionen Trump-Wähler mit der Niederlage abfinden? Wie kann es dem neuen Präsidenten gelingen, das Land zu befrieden? Starpolitologe Francis Fukuyama wagt eine Prognose .

US-Handelskammer: Wahl von Biden positiv für Wirtschaftsbeziehungen

12.08 Uhr: Die Wahl von Joe Biden zum US-Präsidenten dürfte laut einer Umfrage der US-Handelskammer in Deutschland die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen verbessern. Demnach glauben 89 Prozent der Teilnehmer, dass es mit dem deutsch-amerikanischen Handelsverhältnis unter Biden aufwärts geht. Das ergab eine Umfrage der AmCham Germany unter 256 Mitgliedsfirmen, die am Donnerstag bei einer transatlantischen Wirtschaftskonferenz vorgestellt wurde.

Fast drei Viertel der Befragten (73 Prozent) meinen, dass die Wahl Joe Bidens einen positiven Effekt auf die globale Wirtschaft haben werde. Der derzeitige Präsident Donald Trump hatte mit milliardenschweren Zöllen Handelskonflikte mit China und der EU angezettelt und so eine Spirale von Gegenmaßnahmen in Gang gesetzt. Angedrohte Zölle auf Autos belasteten die Beziehungen zu Deutschland.

Fast alle der befragten Unternehmensvertreter (95 Prozent) erwarten konkrete politische Veränderungen mit der neuen US-Regierung – etwa ein erneuertes Bekenntnis zum Klimaschutz (87 Prozent). Biden hatte angekündigt, dass die USA unter seiner Präsidentschaft dem Pariser Klimaabkommen wieder beitreten werden, und er hatte auch einen Kurswechsel in der Coronakrise versprochen. Mehr als die Hälfte der Befragten glauben zudem, dass das Wahlergebnis einen positiven Einfluss auf die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts USA haben werde.

Volkswirte und Wirtschaftsverbände hierzulande warnen aber vor zu hohen Erwartungen an Biden. Sie erwarten einen neuen Tonfall, aber keinen grundsätzlichen Kurswechsel des wichtigen deutschen Handelspartners.

Unterstützung für Biden: Republikanischer Senator will Geheimdienstinfos an Trump vorbeischleusen

11.55 Uhr: Auch eine Woche nach der Wahl verweigert US-Präsident Trump seinem gewählten Nachfolger Biden Zugänge, um eine Amtsübergabe zu organisieren. Nun verspricht ein Republikaner: Notfalls regeln wir es hinter Trumps Rücken.

Maas hofft auf Stärkung der WHO nach Wahlsieg Bidens

11.50 Uhr: Nach dem Sieg von Joe Biden gegen Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl setzt Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) darauf, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO bei der Pandemiebekämpfung wieder eine stärkere Rolle einnehmen kann. Beim Pariser Friedensforum sagte er am Donnerstag, dass sowohl Vorsorge als auch Handlungsfähigkeit der WHO bei weltweiten Gesundheitskrisen verbessert werden könnten. "Und nach den US-Wahlen in der letzten Woche bin ich zuversichtlich, dass wir bei dieser Anstrengung auch wieder auf unsere amerikanischen Freunde werden zählen können."

Unter US-Präsident Trump haben die USA ihren Austritt aus der WHO eingereicht. Trump warf der Organisation vor, zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert zu haben. Biden will aber mit der WHO weiter zusammenarbeiten.

Bernie Sanders würde gern Arbeitsminister werden

11.35 Uhr: Der linke US-Senator Bernie Sanders hat Interesse am Job des Arbeitsministers im Kabinett des gewählten US-Präsidenten Joe Biden bekundet. "Wenn ich ein Ressort hätte, das es mir ermöglichen würde, für die Arbeiterfamilien einzutreten und zu kämpfen, würde ich es tun? Ja, würde ich", sagte Sanders dem Sender CNN auf die Frage, ob er den Job des Arbeitsministers annehmen würde, wenn es ein entsprechendes Angebot gäbe. Er wolle alles dafür tun, um die Arbeiterfamilien des Landes zu schützen – im Senat oder in der Biden-Regierung, so Sanders.

Seit Wochen gibt es Gerüchte, dass der frühere Präsidentschaftsbewerber Sanders Interesse am Arbeitsministerium hat. US-Medien halten ihn aber nicht für den einzigen möglichen Kandidaten.

Sanders bezeichnet sich selbst als "demokratischen Sozialisten" und ist mit seinen linken Positionen bei Republikanern nicht wohlgelitten, dafür aber umso populärer bei vielen jungen Amerikanern. Der 79-Jährige wollte bei der diesjährigen Präsidentenwahl gegen Amtsinhaber Donald Trump antreten und war der letzte aussichtsreiche Gegenkandidat Bidens (77) bei den Demokraten. Nach seinem Ausscheiden aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur im Frühjahr unterstützte Sanders den gemäßigteren Demokraten Biden.

Sturer US-Präsident: Der Druck auf Donald Trump wächst

11.25 Uhr: Fünf Millionen Wählerstimmen liegt Joe Biden inzwischen vor Donald Trump, auch bei den Wahlleuten sieht es gut aus. Dennoch weigert sich der Amtsinhaber, die Pleite einzugestehen. Wie lange kommt er damit durch?

Biden sagt asiatischen Partnern enge Zusammenarbeit zu

11.10 Uhr: US-Wahlsieger Joe Biden hat sich in einem Telefonat mit den Staats- und Regierungschefs Australiens, Südkoreas und Japans zu den Bündnissen der USA in Asien bekannt.

  • Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga sprach nach japanischen Regierungsangaben in dem Telefonat von einer "zunehmend ernsten Sicherheitslage" in der Region. Biden habe daraufhin sein "tiefes Bekenntnis zur Verteidigung Japans" sowie zu seit Jahrzehnten geltenden Verträgen hervorgehoben, so hieß es von Bidens Seite. Dies gelte auch für die Senkaku-Inseln, sagte Biden demnach weiter. Der Archipel ist zwischen China und Japan umstritten; Bidens Ankündigung dürfte deshalb in Peking für Kritik sorgen.

  • Die Allianz zwischen den USA und Südkorea bezeichnete Biden in seinem 14-minütigen Telefonat mit Südkoreas Präsident Moon Jae In als "Herzstück der Sicherheit und des Wohlstands" in der Region. Mit Blick auf gemeinsame Herausforderungen wie die atomare Bedrohung durch Nordkorea oder den Klimawandel wolle er eng mit Südkorea zusammenarbeiten. Das südkoreanische Präsidialamt teilte mit, Moon und Biden wollten sich "sobald wie möglich" nach Bidens Amtseinführung treffen.

  • Australiens Regierungschef Scott Morrison lud Biden ein, anlässlich des 70. Jahrestags der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit zwischen seinem Land und den USA im kommenden Jahr nach Australien zu kommen. Morrison sprach von einem "sehr herzlichen Gespräch" mit Biden. Der künftige US-Präsident soll in dem Telefonat auch den Kampf gegen den Klimawandel angesprochen haben – ein Thema, das die konservative australische Regierung aus Sicht ihrer Kritiker stark vernachlässigt hat.

Neuer US-Stabschef Ronald Klain: Bidens Pandemieexperte

11.05 Uhr: Der gewählte US-Präsident Joe Biden gab den ersten Posten seines Regierungsteams bekannt: Sein Vertrauter Ronald Klain soll Stabschef werden. Klain hatte sich bereits unter Obama in der Pandemiebekämpfung hervorgetan. Hier geht's zum ganzen Text.

Brexit: Biden setzt sich für Handelsabkommen ein

10.40 Uhr: Der gewählte US-Präsident Joe Biden setzt sich für ein Handelsabkommen Großbritanniens mit der Europäischen Union ein. Dieses dürfe aus Bidens Sicht das Karfreitagsabkommen von 1998 aber nicht verletzen. Das sagte der irische Premierminister Micheál Martin nach einem Telefongespräch mit Biden, der selbst irische Wurzeln hat. "Er setzt sich sehr für das Karfreitagsabkommen ein", sagte Martin über Biden: "Insbesondere in Bezug auf den Brexit würde er natürlich ein Abkommen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien befürworten."

Das Karfreitagsabkommen von 1998 beendete nach Jahrzehnten den blutigen Nordirlandkonflikt. Es sieht eine offene Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland vor. Biden hatte schon im Wahlkampf gesagt, dass Handelsabkommen das Karfreitagsabkommen nicht untergraben dürften.

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson hatte zuletzt ein Binnenmarktgesetz geplant, das das bereits gültige Abkommen zwischen London und Brüssel nachträglich einseitig ändern und Teile aushebeln könnte. Das könnte Sonderregeln für Nordirland zunichtemachen, die eine harte Grenze zum EU-Staat Irland und neue Feindseligkeiten dort verhindern sollen.

Frauen wollten Biden, Männer wollten Trump

6.45 Uhr: Bei der Wahl in den USA sind die tiefen Gräben in der Gesellschaft auch im Wahlverhalten deutlich geworden. Nach einer Umfrage im Auftrag der Nachrichtenagentur AP, des Senders NPR und mehrerer anderer US-Medien unter mehr als 110.000 Amerikanern bis zum Wahltag wollten 90 Prozent der Afroamerikaner für den demokratischen Kandidaten und Wahlsieger Joe Biden stimmen. Auch unter Amerikanern asiatischer Herkunft (70 Prozent) und unter Latinos (63 Prozent) lag Biden vorne. Weiße – die immer noch die größte Gruppe in den USA stellen – wollten dagegen mit Mehrheit (55 Prozent) den unterlegenen republikanischen Amtsinhaber Donald Trump wählen.

Auch Bildung spielte eine Rolle: Je niedriger der Grad der Ausbildung, desto eher fiel die Stimme für Trump aus. Unter den Amerikanern, die höchstens einen High-School-Abschluss hatten, wollte die Mehrheit (52 Prozent) für den Amtsinhaber stimmen. Unter Amerikanern, die eine Universität absolvierten, gaben je nach Abschluss 56 oder 58 Prozent an, Biden wählen zu wollen.

Deutliche Differenzen gab es auch bei den Geschlechtern: 52 Prozent der Männer wollten ihre Stimme Trump geben, aber nur 44 Prozent der Frauen – obwohl Trump letztere in seinen Wahlkampfauftritten bis zum Schluss umworben hatte.

Biden legt Grundstein für US-Außenpolitik

04.30 Uhr: Während dem designierten US-Präsident Joe Biden noch der Zugang zu Regierungsinformationen in der Übergangsphase verwehrt bleibt, legt der Demokrat bereits den Grundstein für seine zukünftige Außenpolitik. Biden habe separate Telefonate mit den Regierungschefs in Japan, Südkorea und Australien geführt, teilte sein Übergangsbüro mit. Alle Seiten drückten demnach ihre Entschlossenheit aus, die bilateralen Beziehungen zu stärken und globale Probleme wie die Coronavirus-Pandemie und den Klimawandel anzugehen.

Noch steht die Anerkennung des Wahlergebnisses offiziell aus. Der Schritt ist notwendig, damit das Team um Biden mit der Regierung des derzeitigen Präsidenten Donald Trump für eine reibungslose Übergabe der Amtsgeschäfte sorgen kann.

Auch eine Woche nach der Wahl beharrt Trump weiter darauf, dass bei der Abstimmung betrogen worden sei und verweigert dem Übergangsteam die vorgeschriebenen Finanzmittel und den Zugang zu den Regierungsbeamten. Die Auszählung der Stimmen ist noch nicht vollständig abgeschlossen, dennoch steht seit Samstag fest, dass Biden rechnerisch nicht mehr einzuholen ist. Bidens Amtsübernahme ist für den 20. Januar vorgesehen.

Keine Anzeichen von Wahlbetrug im US-Bundesstaat Georgia

02.25 Uhr: Bei der laufenden Neuauszählung der bei der Präsidentenwahl abgegebenen Stimmen im US-Bundesstaat Georgia gibt es bislang keine Hinweise auf Unstimmigkeiten. Es gebe noch keine Anzeichen für einen Wahlbetrug, sagte der Innenminister des Bundesstaates, Brad Raffensperger. "Wir glauben, dass die Stimmzettel genau ausgezählt wurden."

Raffensperger hatte wegen des knappen Ausgangs eine Nachzählung der maschinellen Auswertung per Hand angeordnet. Diese soll bis zum 20. November abgeschlossen sein.

Der designierte Präsident Joe Biden liegt in Georgia mit derzeit rund 14.000 Stimmen vor Amtsinhaber Donald Trump. Die Demokraten hatten sich damit in dem Bundesstaat mit über zehn Millionen Einwohnern nach mehreren republikanischen Siegen in den vergangenen Jahrzehnten erstmals wieder durchgesetzt.

Biden will langjährigen Vertrauten zu Stabschef im Weißen Haus machen

02.10 Uhr: Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat entschieden, wer sein künftiger Stabschef im Weißen Haus sein soll. Die Wahl sei auf seinen langjährigen Vertrauten Ronald Klain gefallen, teilte das Biden-Team mit.

"Seine tief greifende, vielfältige Erfahrung und Fähigkeit, mit Menschen aus dem gesamten politischen Spektrum zusammenzuarbeiten, ist genau das, was ich von einem Stabschef im Weißen Haus brauche, während wir diesem Moment der Krise begegnen und das Land wieder zusammenbringen", so Biden.

Biden und Klain haben bereits in der Vergangenheit im Weißen Haus zusammengearbeitet, als Biden Vizepräsident unter Barack Obama war: Der heute 59-jährige Klain war zwischen 2009 und 2011 Bidens Stabschef. Er arbeitete auch schon für den Demokraten, als dieser im US-Senat saß – und als Biden sich 1988 und 2008 um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bewarb.

2014 machte Obama Klain zum Koordinator der Maßnahmen der US-Regierung in der Ebola-Epidemie. Während der Corona-Pandemie hat sich Klain als Kritiker von Präsident Donald Trump hervorgetan. Viel Beachtung fand ein Video, in dem er erklärt, was eine Biden-Regierung in der Pandemie anders gemacht hätte und künftig tun will. Biden hat versprochen, der Bekämpfung der Corona-Pandemie Priorität einzuräumen.

Wie geht ein Trump-Fan mit der Niederlage um?

02.00 Uhr: Das Projekt "Make America Great Again" ist vorerst gestoppt. Das müssen auch Donald Trumps treueste Anhänger akzeptieren. Unser Reporter hat den rechten Vordenker Gavin McInnes getroffen. Lesen Sie hier  mehr.

Trump verbreitet altes Video als angeblichen Beweis für Wahlbetrug

01.40 Uhr: Donald Trump hat auf Twitter ein aus dem Zusammenhang gerissenes Video veröffentlicht und hat dies als angeblichen Beweis für Wahlbetrug präsentiert. Die Aufnahmen zeigen zwei Männer, die in Kalifornien einen Briefwahlkasten leeren. Zu dem Video schrieb Trump: "Sie sehen hier Stimmzettel! Ist es in unserem Land jetzt so weit gekommen?"

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte das Video bereits Ende der vergangenen Woche überprüft . Dabei habe sich herausgestellt, dass das Video die Sammlung von gültigen Briefwahlzetteln zeigt, die am oder vor dem Wahltag aufgegeben wurden, so Reuters.

Das Video war Tausende Male über soziale Medien verbreitet worden – auch bevor Donald Trump es aufgriff. Einige Nutzer hatten es als Beweis für einen angeblichen Wahlbetrug gehalten.

Beamte des Bezirks Los Angeles teilten Reuters mit, dass diese Stimmzettel zwar am Tag nach der Wahl abgeholt, aber von den Wählern am oder vor dem Wahltag abgegeben wurden. Sie seien daher gültig und würden bearbeitet und ausgezählt.

Laut einem Sprecher wurden die Briefwahlkästen am Wahltag am 3. November um 20 Uhr geschlossen und verriegelt. Die Stimmzettel aus allen Wahlurnen im gesamten Bezirk seien am folgenden Tag abgeholt worden.

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Weiterer Corona-Fall im Weißen Haus

01.35 Uhr: Im Weißen Haus in Washington ist ein weiterer Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei dem politischen Direktor Brian Jack sei das Virus am Wochenende nachgewiesen worden, berichteten die Zeitung "New York Times"  und der Sender CNN . Jack hatte am Dienstag vergangener Woche den Wahlabend im Weißen Haus verbracht, um die Bekanntgabe der Ergebnisse mitzuverfolgen.

Laut "New York Times" wurde auch bei einem weiteren Präsidentenberater das neuartige Coronavirus nachgewiesen. Einen Namen nannte die Zeitung nicht, zudem blieb unklar, ob dieser Berater am Wahlabend im Weißen Haus war.

Zuvor waren andere enge Mitarbeiter von US-Präsident Donald Trump positiv getestet worden, die ebenfalls den Wahlabend im Weißen Haus verbracht hatten, darunter Kabinettschef Mark Meadows, Bauminister Ben Carson sowie David Bossie, Leiter des juristischen Teams, das in mehreren US-Bundesstaaten juristisch gegen angeblichen Betrug bei der Präsidentschaftswahl vorgeht.

Sicherheitsexperten warnen vor Verrat geheimer Informationen

01.30 Uhr: Was macht Donald Trump, wenn er nicht mehr Präsident ist? Geheimdienstexperten befürchten, er könnte aus Wut oder Rachsucht sensible Informationen preisgeben – wenn er sich denn an sie erinnert. Lesen Sie hier mehr.

cop/mrc/ptz/mes/sak/AFP/AP/dpa/sid/Reuters
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