US-Präsidentschaftswahl Biden liegt laut Medienberichten in Pennsylvania und Georgia vorn

Noch in der Wahlnacht hatte Donald Trump von einem klaren Sieg in Pennsylvania gesprochen – aber sein Vorsprung ist dahin. Holt Joe Biden den Bundesstaat, wäre er der Gewinner der Präsidentschaftswahl.
Joe Biden

Joe Biden

Foto: OLIVIER DOULIERY/ AFP

Joe Biden kommt dem Sieg bei der US-Präsidentschaftswahl offenbar entscheidend näher. Der Kandidat der Demokraten hat Medienberichten zufolge bei den Auszählungen in den Bundesstaaten Georgia und Pennsylvania Donald Trump überholt. In Georgia beträgt sein Vorsprung laut TV-Sender CNN 1096 Stimmen, in Pennsylvania gut 5500 Stimmen.

Laut Nachrichtenagentur Reuters entfallen in Pennsylvania nach Auszählung von 95 Prozent aller Stimmen 49,4 Prozent auf Biden und 49,3 Prozent auf Trump. Am Wahlabend hatte Trump angesichts seines Vorsprungs gesagt, er werde in dem Bundesstaat klar gewinnen. Noch allerdings ist es zu früh, einen sicheren Sieger festzulegen: Laut CNN müssen allein in Philadelphia – der größten Stadt in Pennsylvania – noch rund 25.000 Stimmen ausgezählt werden. Es ist also theoretisch möglich, dass sich das Ergebnis noch dreht.

Zuletzt lehnte ein US-Bundesrichter den Antrag von Trumps Wahlkampfteam auf Stopp der Auszählung in Pennsylvania ab. Der Klage werde nicht stattgegeben, teilte Richter Paul Diamond mit. Trump wollte erzwingen, dass die Auszählung nur dann fortgesetzt werden kann, wenn Beobachter der Republikaner beiwohnen. Allerdings haben die Republikaner nach einem Gerichtsbeschluss bereits Zugang zu dem Wahlzentrum in Philadelphia. Trumps Team vertritt aber die Ansicht, dass die Arbeit der Beobachter behindert werde.

Pennsylvania hat im Kampf um das Weiße Haus besondere Bedeutung. Der Bundesstaat stellt 20 Wahlleute. Gewinnt Biden in Pennsylvania, wäre die Präsidentschaftswahl zugunsten des Demokraten entschieden. Verliert Trump in dem Bundesstaat, kann er die Mehrheit von 270 Wahlleuten des Electoral College nicht mehr erreichen.

In Georgia müssen sowohl in eher demokratischen als auch in eher republikanischen Gegenden des Staates noch weitere Stimmen ausgezählt werden. Dazu kommen die Wahlunterlagen von Militärangehörigen, die außerhalb der USA stationiert sind. Ein Sieg ist Biden deshalb auch dort noch nicht sicher.

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Der Peach State zählt 16 Wahlleute. Für beide Kandidaten haben Sieg oder Niederlage dennoch verschiedene Konsequenzen, genauso wie in Pennsylvania: Sollte Trump Georgia verlieren, hätte er keine Chance mehr, die Mehrheit der 270 Wahlleute zu gewinnen. Biden hingegen könnte die Niederlage durch Siege in den anderen, noch nicht entschiedenen Staaten ausgleichen.

Das Wahlkampfteam von Trump warnte davor, Biden bereits jetzt zum Sieger auszurufen. "Diese Wahl ist nicht vorbei", erklärte der Anwalt Matt Morgan. "Die falsche Prognose eines Sieges von Joe Biden basiert auf Ergebnissen aus vier Bundesstaaten, die noch lange nicht endgültig sind." Allerdings hat noch kein großer US-Sender Biden zum Wahlsieger erklärt.

bbr/irb/sms/AP/AFP
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