Reaktionen der Presse "Krasseste, eitelste, dümmste und dysfunktionalste Führung"

Das Urteil der Kommentatoren über Trumps Amtszeit fällt deutlich aus. Nachfolger Biden wird umso freudiger begrüßt. Die internationale Presseschau.
Donald Trump ist abgewählt – sträubt sich aber noch gegen diese Wahrheit

Donald Trump ist abgewählt – sträubt sich aber noch gegen diese Wahrheit

Foto: Brian Snyder / REUTERS

Demokrat Joe Biden ist nach einem beispiellosen Wahlkrimi als Sieger der US-Präsidentenwahl ausgerufen worden. Videos zeigen, wie die Menschen in den USA tanzend auf der Straße feiern. Und auch die Presse ist begeistert: National und international fallen die ersten Stimmen zu Bidens Sieg fast durchweg positiv aus.

"Zeit Online" etwa wertet den Wahlausgang als "Befreiung"  und schreibt: "Nicht nur in den Vereinigten Staaten, rund um den Globus kann man nun das Aufatmen regelrecht hören." Und die "Bild"-Zeitung  titelt simpel: "It's Joe Time".

Im Ausland setzt man bereits große Hoffnungen auf Joe Biden als neuen Präsidenten. Laut der "Neuen Zürcher Zeitung" aus der Schweiz ist Biden zuzutrauen, "das Vertrauen wiederherzustellen". Und "El Mundo" in Spanien meint, dass der 77-Jährige auch die Weltpolitik verbessern wird: "Joe Biden, ein Präsident, der für Tauwetter zwischen den USA und der Welt sorgen kann."

"Der Sieg ist gewaltig, aber doch knapp."

"Welt"

Etwas vorsichtiger formuliert die "Welt". Denn in einigen Bundesstaaten hat Joe Biden nur mit wenigen Prozentpunkten gewonnen. Auch hat Donald Trump bereits einen Rechtsstreit angekündigt. "Der Sieg ist gewaltig, aber doch knapp", schreibt die "Welt". "Joe Biden hat jetzt einen klaren Auftrag: einen Kurs der politischen Mitte zu fahren, möglichst ohne den linken Flügel der Demokratischen Partei zu verprellen. Und er hat die Möglichkeit, Geschichte zu schreiben – durch Verzicht."

Auf die Rolle Bidens als großer Einiger weist auch das "Wall Street Journal" hin. Er habe das "Mandat zur Moderation" und müsse aufpassen, nun keinen linkspolitischen Kurs einzuschlagen. Denn das würde das Land "bitterlich entzweien".

Gleichzeitig verurteilen die Kommentatoren Trumps Verhalten während seiner Präsidentschaft.

Mit am schärfsten urteilt wohl die "New York Times"  über die Amtszeit des Präsidenten. "Das amerikanische Volk hat in den Abgrund des autokratischen Nationalismus geblickt und sich entschieden, einen Schritt von diesem Abgrund zurückzutreten. (...) Der vier Jahre anhaltende Angriff von Präsident Trump auf unsere demokratischen Institutionen und Werte wird bald enden."

Auch der britische "Guardian"  geht hart mit Trump ins Gericht. "Endlich sind wir am Ende von Donald Trumps extrem schlechter Präsidentschaft angelangt. Die Wähler haben sich gegen das entschieden, was nur als die krasseste, eitelste, dümmste und dysfunktionalste Führung bezeichnet werden kann, unter der dieses Land jemals gelitten hat."

lmd/dpa
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