US-Präsidentschaftswahl Neuauszählung in Georgia wahrscheinlich

Im US-Bundesstaat Georgia müssen die Stimmen wohl neu ausgezählt werden. Der Abstand zwischen Präsident Trump und Herausforderer Biden ist sehr gering.
Stimmauszählung nahe Atlanta, Georgia

Stimmauszählung nahe Atlanta, Georgia

Foto: John Bazemore / AP

Im US-Bundesstaat Georgia könnte sich die Bekanntgabe des Ergebnisses der Präsidentschaftswahl verzögern. Der für die Wahl zuständige Minister Brad Raffensperger erklärte, er rechne mit einer Neuauszählung der Stimmen, da der Abstand zwischen den Kandidaten sehr gering sei. Herausforderer Joe Biden liegt laut Datenanbieter Edison Research nur mit 1579 Stimmen vor US-Präsident Donald Trump. Ausgezählt werden müssen demnach noch 4169 Stimmen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

"Das Endergebnis in Georgia wird nach jetzigem Stand gewaltige Auswirkungen auf das gesamte Land haben", sagte Raffensperger. Überall würden die "Emotionen" hochschlagen. Das werde die Wahlbehörden aber nicht von ihrer Arbeit abhalten.

Der Vertreter der Wahlbehörde, der Republikaner Gabriel Sterling, sagte: Beide Kandidaten könnten eine Neuauszählung beantragen, sobald ein bestätigtes Ergebnis mit einem Abstand von höchstens 0,5 Prozent der Stimmen vorliege. Bei einer Neuauszählung müsse jede Stimme neu eingescannt werden, was bis Ende November dauern könne. Sterling sagte, es habe abgesehen von einigen kleineren Vorfällen keine "verbreiteten Unregelmäßigkeiten" gegeben.

Der Bundesstaat zählt 16 Wahlleute. Für beide Kandidaten haben Sieg oder Niederlage verschiedene Konsequenzen: Sollte Trump Georgia verlieren, hätte er keine Chance mehr, die Mehrheit der 270 Wahlleute zu gewinnen. Biden hingegen könnte die Niederlage durch Siege in den anderen, noch nicht entschiedenen Staaten ausgleichen.

Seit Bill Clinton hat sich in dem südöstlichen Bundesstaat im Rennen um die Präsidentschaft kein Demokrat mehr gegen einen Republikaner durchsetzen können. 2016 gewann Trump die 16 Wahlleute in Georgia mit gut fünf Prozentpunkten Vorsprung vor Hillary Clinton. Bei den Zwischenwahlen 2018 setzte sich der republikanische Gouverneurskandidat Brian Kemp knapp gegen die Demokratin Stacey Abrams durch.

sms/Reuters/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.