Mehrheitsführer im US-Senat Trump kritisiert McConnell für Gratulation an Biden

Mitch McConnell hat den Demokraten Joe Biden zu seinem Wahlsieg beglückwünscht und zieht damit den Ärger des amtierenden Präsidenten auf sich. Es sei zu früh aufzugeben, twittert Trump.
Donald Trump: Die Republikanische Partei müsse endlich lernen zu kämpfen, schrieb der amtierende Präsident

Donald Trump: Die Republikanische Partei müsse endlich lernen zu kämpfen, schrieb der amtierende Präsident

Foto: JONATHAN ERNST / REUTERS

Viele Republikaner haben die Niederlage im Präsidentschaftsrennen längst anerkannt. Der einflussreiche Mehrheitsführer der US-Republikaner im Senat, Mitch McConnell, hatte sich allerdings lange zurückgehalten. Erst diesen Dienstag gratulierte er dem künftigen Präsidenten Joe Biden zum Sieg. Donald Trump ließ mit seiner Reaktion nicht lange auf sich warten.

Der amtierende Präsident kritisierte McConnell dafür, den Wahlsieg des Demokraten Biden öffentlich anzuerkennen. Es sei zu früh, um aufzugeben, twitterte Trump in der Nacht zum Mittwoch an die Adresse McConnells. Die Republikanische Partei müsse endlich lernen zu kämpfen. »Die Menschen sind wütend!«, fügte er hinzu.

McConnell, der als enger Vertrauter Trumps gilt, hatte Biden am Dienstag im Senat zum Sieg bei der Präsidentenwahl beglückwünscht. »Das Gremium der Wahlleute hat gesprochen. Deshalb möchte ich heute dem gewählten Präsidenten Joe Biden gratulieren«, sagte er.

In den 50 US-Bundesstaaten und dem Hauptstadtbezirk Washington hatten am Montag die 538 Wahlleute stellvertretend für das Volk ihre Stimmen für den künftigen Präsidenten abgegeben. Biden bekam erwartungsgemäß die Stimmen von 306 Wahlleuten und damit 36 mehr, als für den Sieg erforderlich sind. Für Trump stimmten 232 Wahlleute.

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Trump bekräftigte in dem Tweet, die rund 75 Millionen bei der Wahl im November erhaltenen Stimmen seien ein Rekord für einen amtierenden Präsidenten. Biden hat nach den vorliegenden Ergebnissen mehr als 81 Millionen Stimmen gewonnen. McConnell hatte in seinem Statement keinen Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Wahlergebnisses erkennen lassen. Trump dagegen hält an seiner Darstellung fest, wegen massiver Unregelmäßigkeiten um den Sieg gebracht worden zu sein.

Das Endergebnis der Wahl wird offiziell am 6. Januar im Kongress in Washington verkündet. Biden soll am 20. Januar vereidigt werden. An dem Tag endet Trumps Amtszeit nach der Verfassung automatisch – auch, wenn er seine Niederlage nicht eingesteht.

asc/dpa
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