US-Wahl im hohen Norden Alaska nimmt es ganz genau

Alaska ist kein großer Schlüsselstaat, aber auch hier liegt noch kein verlässliches Ergebnis für die Präsidentschaftswahl vor. Warum das wahrscheinlich noch lange so bleiben wird.
Alaska (Archivbild)

Alaska (Archivbild)

Foto: AP

Am Dienstag haben die Amerikaner gewählt. Wer Präsident wird, ist allerdings noch offen. Bleibt es dabei, dass Arizona an die Demokraten geht, fehlen Joe Biden noch sechs Wahlleute, um auf die für den Wahlsieg notwendigen 270 zu kommen. Aber auch der amtierende Präsident Donald Trump könnte das Rennen noch machen, ihm fehlen zurzeit 56 Wahlleute.

Alles hängt daher von den Ergebnissen aus vier Schlüsselstaaten ab: Pennsylvania (20 Wahlleute), Georgia (16 Wahlleute), North Carolina (15 Wahlleute) und Nevada (6 Wahlleute). (Mehr dazu lesen Sie hier.) Sie sind allerdings nicht die einzigen Staaten, in denen das Ergebnis der Wahl noch offen ist. In Alaska wurden bislang nur wenige Stimmen ausgezählt.

Zwar ist der Bundesstaat mit drei Wahlleuten nicht entscheidend für den Ausgang der Wahl, allerdings dauert die Auszählung dort, gemessen an der geringen Einwohnerzahl von rund 732.000, auffällig lang. Eine verlässliche Hochrechnung wird es wahrscheinlich nicht vor kommender Woche geben, das finale Ergebnis könnte noch Wochen auf sich warten lassen.

Ergebnis bis Mitte November offen

Das liegt vor allem daran, dass sich der Staat bis zum 18. November Zeit lässt, um die Auszählung der Briefwahlstimmen abzuschließen. Bislang sind in dem Bundesstaat hoch im Norden schätzungsweise gerade mal 56 Prozent oder rund 172.000 der Stimmen ausgezählt, berichtet die "New York Times" .

Trump liegt demnach mit 62,9 Prozent klar vorn. Biden kommt auf 33 Prozent. Das entspricht in der Tendenz den Prognosen und der Erfahrung aus den vergangenen Jahrzehnten. Alaska hat seit 1964 nicht mehr für einen demokratischen Präsidenten gestimmt.

In der Wahlnacht am Dienstag wurden in Alaska vor allem Stimmen ausgezählt, die am Tag der Wahl und teils bis 29. Oktober persönlich vorab abgegeben worden waren. Der Großteil der Wahlbriefe und die restlichen Frühwahlergebnisse werden dagegen erst ab kommendem Dienstag, 10. November, ausgezählt – so spät wie in keinem anderen US-Bundesstaat. Mindestens 122.000 Stimmen sind betroffen.

Doppelte Zählung vermeiden

Die Verantwortlichen rechtfertigen das Vorgehen damit, dass doppelte Stimmabgaben vermieden werden sollen. Sie prüfen zunächst, ob Personen, die am Wahltag an der Urne waren, zusätzlich per Brief gewählt haben.

"Wir glauben, dass das Einhalten der gesetzlichen Anforderung, dass eine Person maximal eine Stimme abgehen darf, Vorrang vor der schnelleren Auszählung von Stimmzetteln hat", sagte Gail Fenumiai, Direktorin der staatlichen Wahlabteilung in Alaska, der Nachrichtenseite von "Alaska Public Media" .

Die Stimmen aus der Briefwahl fallen in der Regel zugunsten von Biden aus, so bislang auch in Alaska: 34 von 40 Bezirken machen Angaben zur bisherigen Auszählung der Wahlbriefe. Demnach führt Biden hier mit 49,6 Prozent. Trump kommt auf 48,2 Prozent der Briefwahlstimmen. Allerdings sind erst 33.200 solcher Wahlzettel ausgezählt.

Der Großteil der Wähler in Alaska gehört weder den Demokraten noch den Republikanern an. Das bislang sehr klare Zwischenergebnis zugunsten von Trump könnte also noch einmal enger werden. Sicher ist das aber wohl frühestens Mitte kommender Woche, wenn aufgrund der Auswertungen in den Schlüsselstaaten vermutlich bereits feststeht, wer der 46. Präsident der USA wird.

jme
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