Behauptungen von Trumps Anwälten Wie Hugo Chávez angeblich Biden zum Sieg verhalf

Die Verschwörungstheorien von Donald Trumps Team werden immer wilder. Jetzt soll Joe Biden die Wahl mithilfe von Kommunisten aus Venezuela gewonnen haben – auch wenn deren Anführer bereits tot ist.
Hugo Chávez: Venezuelas autoritärer Herrscher starb 2013

Hugo Chávez: Venezuelas autoritärer Herrscher starb 2013

Foto: FRANCISCO BATISTA/ AP

Dutzende Male hat Donald Trumps Anwaltsteam bislang versucht, vor Gericht gegen den Sieg von Joe Biden bei der US-Präsidentschaftswahl vorzugehen. Doch noch immer hat der Demokrat 306 Wahlleute hinter sich, Trump dagegen nur 232.

Umso verzweifelter erscheinen die Attacken der Anwälte des Noch-Präsidenten. Wilde Verschwörungstheorien sollen beweisen, dass Biden angeblich zu Unrecht gewonnen hat. So behauptete die Anwältin Sidney Powell auf einer Pressekonferenz: »Womit wir es hier wirklich zu tun haben, ist ein massiver Einfluss kommunistischen Geldes über Venezuela, Kuba und vermutlich China für die Einmischung in unsere Wahl.«

Der 2013 verstorbene venezolanische Präsident Hugo Chávez habe Hintertüren in die Software zur Auszählung der Stimmen einbauen lassen. Angeblich sei es dadurch möglich gewesen, dass eine für Biden abgegebene Stimme 1,25 Stimmen wert gewesen sei. Außerdem seien so Stimmen für Trump automatisch in Stimmen für Biden umgewandelt worden.

Diese Behauptungen sind längst widerlegt: Die Software wurde nur beim Einscannen von Stimmzetteln verwendet. Die Wahlbehörden betonen zudem, dass es für jede abgegebene Stimme einen Papierbeleg gebe.

Trumps Anwaltsteam behauptete bei der Pressekonferenz auch, man könne Journalisten angesichts anstehender Verfahren keine Beweise für die Behauptungen präsentieren. Außerdem wollten wichtige Zeugen nicht vor die breite Öffentlichkeit treten. Das hinderte Rudolph Giuliani, einst New Yorks Bürgermeister und einer der loyalsten Verteidiger des Präsidenten, nicht daran zu sagen: »Wir können nicht zulassen, dass diese Gauner die Wahl von den Amerikanern stehlen. Sie haben Donald Trump gewählt. Sie haben nicht Joe Biden gewählt.« Alle Wahlbehörden bestätigten bisher, dass es keine Wahlfälschung gab – oder größere Fehler, die das Wahlergebnis infrage stellen könnten.

Giuliani behauptete dennoch, er könne beweisen, dass Trump den wichtigen Bundesstaat Pennsylvania in Wirklichkeit nicht verloren, sondern mit einem Vorsprung von 300.000 Stimmen gewonnen habe, und Michigan mit 50.000 Stimmen. Unter anderem seien Stimmzettel mehrfach eingescannt worden. Giulianis Erklärung: »Ich denke, es ist eine logische Schlussfolgerung, dass es einen gemeinsamen Plan gab, der direkt von der Demokratischen Partei und ihrem Kandidaten ausging.« Auch dazu gab es keinerlei Beweise (lesen Sie hier mehr über seinen Auftritt).

Der von Trump jüngst gefeuerte Christopher Krebs, der als ranghoher Regierungsbeamter für die Absicherung der Wahlen zuständig gewesen war, bezeichnete die Pressekonferenz bei Twitter als »die gefährlichsten 1:45 Stunden TV in der Geschichte Amerikas«. »Und vermutlich die verrücktesten«, fügte er hinzu. Krebs hatte die Präsidentschaftswahl als »sicherste in der amerikanischen Geschichte« bezeichnet. Das kam bei Trump nicht gut an – kurz darauf war Krebs seinen Job los.

als/dpa
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