US-Wahl 2020 Putin gratuliert Biden zum Wahlsieg

Nachdem das Electoral College Joe Biden als US-Präsident bestätigt hat, gratuliert auch Russlands Präsident Wladimir Putin dem Wahlsieger: Er sei bereit zur Kontaktaufnahme.
Wladimir Putin hat lange gewartet, bis er Biden gratulierte

Wladimir Putin hat lange gewartet, bis er Biden gratulierte

Foto: Alexei Nikolsky / imago images/ITAR-TASS

Der russische Präsident Wladimir Putin hat Joe Biden zum Wahlsieg gratuliert. Der Kreml hatte in der Vergangenheit mitgeteilt, er wolle das offizielle Ergebnis abwarten. »Ich bin bereit für den Austausch und Kontakt mit Ihnen«, sagte Putin laut der Nachrichtenagentur Reuters. Putin wünsche Biden »jeden Erfolg« und habe Vertrauen, dass die USA und Russland »trotz ihrer Differenzen« helfen könnten, viele Probleme und Herausforderungen der Welt zu lösen.

Die Beziehungen zwischen Russland und den USA sind stark belastet. Biden hatte angekündigt, sich entschieden gegen Russland zu stellen. Putin wiederum hat lange gewartet, Biden seine Glückwünsche auszusprechen. Chinas Präsident Xi Jinping hingegen hatte Biden etwa bereits Ende November gratuliert. Das offizielle Wahlergebnis wird zwar erst am 6. Januar im Kongress verkündet, die Wahlleute haben Biden jedoch am Montagabend als US-Präsident bestätigt.

DER SPIEGEL

Auch Duda gratuliert Biden

Auch Polen hat Biden nun gratuliert. Staatsoberhaupt Andrzej Duda wünschte Biden in einem Glückwunschtelegramm eine "ertragreiche Amtszeit". Das polnisch-amerikanische Verhältnis sei zu einer zunehmend wichtigen Säule für die transatlantische und europäische Sicherheit geworden. Zuvor hatte Duda Biden nur zu einem "erfolgreichen Wahlkampf", nicht aber zum Wahlsieg gratuliert.

Putin hatte Biden bislang indirekt eine Zusammenarbeit angeboten. »Wir werden mit jedem kooperieren, der das Vertrauen des amerikanischen Volkes genießt«, wurde Putin am 22. November im staatlichen Fernsehen zitiert. Der Wahlsieger müsse aber entweder von der gegnerischen Seite anerkannt oder das Endergebnis auf legale Weise bestätigt werden. Trump hat seine Niederlage bislang nicht eingeräumt und ist gerichtlich gegen das Wahlergebnis vorgegangen.

Verbindungen aus Trumps Umfeld nach Russland hatten dessen Amtszeit schwer belastet. Es gibt starke Hinweise darauf, dass sich Moskau 2016 in die amerikanische Präsidentschaftswahl eingemischt und Trumps Einzug ins Weiße Haus befördert hatte. Putin und Trump verbindet vermeintlich mehr als Putin und Biden. Eher als Trump prangert der US-Demokrat Menschenrechtsverletzungen und demokratische Rückschritte in Russland an.

Trump machte aus seiner Bewunderung für Putin keinen großen Hehl. Bereits 2007 hatte der spätere US-Präsident in einem Brief an Putin geschrieben, er sei sein »großer Fan«.

Bei der Abstimmung des Electoral College erreichte Biden 306 Stimmen, 232 Stimmen gingen an Trump. Die Abstimmung spiegelt das Wahlergebnis in den Bundesstaaten wider. Eigentlich ist sie eine Formalie – dieses Jahr lag jedoch ein besonderes Augenmerk darauf, weil Trump die Wahl bislang nicht anerkennt. Biden soll am 20. Januar vereidigt werden. Dann endet Trumps Amtszeit automatisch, unabhängig davon, ober die Wahl anerkennt oder nicht.

höh/Reuters/AFP
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