US-Wahlen Corona-Toter ins Parlament von North Dakota gewählt

David Andahl stellte sich als Kandidat für die Republikaner in North Dakota zur Wahl, starb aber vor knapp einem Monat an Covid-19. Gewählt werden konnte er trotzdem.

In North Dakota ist der Republikaner David Andahl ins Parlament gewählt worden, obwohl er vor einem Monat an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus verstarb. Weil das so kurz vor der Wahl geschah, blieb sein Name auf dem Stimmzettel. Laut den zuständigen Wahlbehörden sei es zu spät gewesen, einen anderen Kandidaten nachzunominieren. Die für Andahl abgegeben Stimmen wurden deshalb wie von allen anderen Kandidaten gezählt.

Andahl starb am 5. Oktober im Alter von 55 Jahren, nachdem er mit Covid-19 ins Krankenhaus gekommen war. Zu der Zeit hatte North Dakota laut "New York Times" die höchste Rate an Neuinfektionen in den USA.

"Unser geliebter Sohn David starb nach einem kurzen Kampf gegen Covid-19", schrieb Andahls Familie bei Facebook. Andahl sei im Umgang mit der Pandemie sehr vorsichtig gewesen, auch, weil er einige gesundheitliche Probleme gehabt habe. Er sei nicht in der Lage gewesen, die Krankheit abzuwehren. Er habe sich sehr darauf gefreut, im Parlament dienen zu können. "Wir sind traurig, dass sein Wunsch nicht in Erfüllung gehen wird", schrieb seine Familie weiter.

Bei der Wahl im Bezirk Bismarck konkurrierten vier Kandidaten um zwei Plätze im Parlament. 35 Prozent der Stimmen entfielen auf Andahl. Noch steht nicht fest, wer seinen Platz im Parlament einnehmen wird. Die Republikaner haben in solchen Fällen das Recht, einen Nachfolger zu bestimmen.

Das dürfte auch der Grund gewesen sein, warum die Wähler trotz Andahls Tod für ihn votierten. Sie gaben damit grundsätzlich den Republikanern ihre Stimme. North Dakota gilt als Hochburg der Republikaner. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Verstorbener in den USA bei einer Wahl die meisten Stimmen bekommt. Bei den Kongresswahlen vor zwei Jahren bekam der kurz zuvor verstorbene republikanische Kandidat Dennis Hof in Nevada 60 Prozent der Stimmen.

koe
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