Wahlkampf in den USA Trump attackiert erneut muslimische Abgeordnete

"Sie hasst unser Land": In einer Rede hat Donald Trump abermals die Kongressabgeordnete Ihan Omar angegriffen - obwohl diese ihm schon einmal vorgeworfen hatte, sie mit der Hetze in Gefahr zu bringen.
Kongressabgeordnete Ilhan Omar (Archivbild)

Kongressabgeordnete Ilhan Omar (Archivbild)

Foto: Preston Ehrler / dpa

US-Präsident Donald Trump hat die aus Somalia stammende US-Kongressabgeordnete Ilhan Omar erneut scharf angegriffen. Falls sein Herausforderer Joe Biden Anfang November zum US-Präsidenten gewählt würde, dann werde die Einwanderung aus Staaten mit vielen Terroristen - unter anderem Syrien und Somalia - stark ansteigen, behauptete Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Michigan. "Wisst ihr, wenn ich an Somalia denke, denke ich an Omar. Ilhan Omar", sagte Trump unter den Buhrufen der Menge. Die muslimische Volksvertreterin hasse die USA. "Sie mag es, uns zu erzählen, wie wir unser Land regieren sollen, ist das nicht nett?"

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Omar, die als Kind mit ihrer Familie aus Somalia in die USA geflohen war, ist zusammen mit anderen demokratischen Abgeordneten des linken Flügels bereits des Öfteren von Trump öffentlich verbal attackiert worden. Vergangenes Jahr warf sie Trump vor, sie mit der Verbreitung eines Tweets in Lebensgefahr zu bringen.

Der Präsident hatte eine Botschaft geteilt, in der behauptet wurde, dass Omar am Jahrestag der Anschläge des 11. September gefeiert und getanzt habe. Sie wurde im Internet daraufhin heftig angefeindet. Die Abgeordnete hatte klargestellt, dass das verbreitete Video nicht am 11. September, sondern Tage später aufgenommen worden sei.

Biden wirft Trump Kapitulation vor

Eine Woche vor der Präsidentschaftswahl in den USA haben bereits mehr als 70 Millionen Amerikaner ihre Stimme abgegeben. Vorausgesagt wird deshalb eine Rekordbeteiligung von rund 150 Millionen Wählern.

Herausforderer Biden liegt in den entscheidenden Swing States bisher laut Umfragen vorne. Er warf Trump am Dienstagabend vor, vor dem Coronavirus zu kapitulieren und nicht auf die Wissenschaft zu hören. "Donald Trump hat die weiße Flagge geschwenkt, unsere Familien im Stich gelassen und sich dem Virus ergeben", sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung in Atlanta. Biden kündigte für den Fall seines Sieges an, einen Plan "zur verantwortungsvollen Bekämpfung dieser Pandemie" aufzustellen, der das gespaltene Land wieder zusammenführen werde.

slü/dpa
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