»Vielleicht müssen wir es noch einmal tun« Trump befeuert Spekulationen über erneute Präsidentschaftskandidatur

Seine Niederlage im Jahr 2020 will Donald Trump nicht akzeptieren. Nun kokettierte er erneut mit einer weiteren Präsidentschaftskandidatur – aber auch sein ehemaliger Vertrauter Mike Pence hat Ambitionen.
Donald Trump auf dem Weg zur Bühne: In Arizona unterstützt der frühere US-Präsident Gouverneurskandidatin Kari Lake

Donald Trump auf dem Weg zur Bühne: In Arizona unterstützt der frühere US-Präsident Gouverneurskandidatin Kari Lake

Foto: Ross D. Franklin / dpa

Spekulationen über eine erneute Kandidatur von Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl in zwei Jahren gibt es in den USA schon länger. Nun hat der Republikaner den Gerüchten erneut Futter geliefert. »Vielleicht müssen wir es noch einmal tun«, sagte Trump am späten Freitagabend bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Arizona vor Anhängern.

Trump trat in Prescott Valley, Arizona, auf, um die republikanische Kandidatin Kari Lake im Rennen um das Gouverneursamt zu unterstützen. Mit Blick auf die Kongresswahl im Herbst und die Präsidentschaftswahl 2024 sagte Trump: »Wir werden den Senat zurückerobern. Wir werden Amerika zurückerobern, und 2024 werden wir vor allem unser schönes, prächtiges Weißes Haus zurückerobern.« Lake selbst sagte an Trump gerichtet: »Fürs Protokoll: Ich glaube, dass dieser ›Superman‹ zurückkommt. Hoffentlich kommt er bald zurück.«

Seit seiner Abwahl kokettiert Trump immer wieder mit einer erneuten Kandidatur. In den USA kann eine Person zwei Amtszeiten lang Präsident sein, egal ob diese aufeinanderfolgen oder nicht. Trump wäre bei der Wahl in gut zweieinhalb Jahren 78 Jahre alt. »Diese unglaubliche Reise, auf der wir uns gemeinsam befinden, hat gerade erst begonnen«, sagte Trump.

In Arizona liefert sich Trump zudem mit seinem ehemaligen Vize-Präsidenten Mike Pence eine Art Stellvertreter-Duell. Pence warb am Freitagabend ebenfalls in Arizona für die Unterstützung der Republikaner, allerdings auf einer anderen Veranstaltung: Er stellt sich im Rennen um das Gouverneursamt hinter die konkurrierende Kandidatin Karrin Taylor Robson. Der frühere US-Präsident Trump und sein Ex-Stellvertreter Pence kämpfen um Einfluss in der Republikanischen Partei. Aus den ehemaligen Verbündeten sind erbitterte Rivalen geworden.

Trump wiederholt erneut Vorwürfe der Wahlmanipulation

Sowohl Trump als auch Pence werden Ambitionen auf eine Präsidentschaftskandidatur 2024 nachgesagt. Im November finden zunächst Kongress-Zwischenwahlen und eine Reihe von Gouverneurswahlen statt. Der bei der konservativen Basis nach wie vor sehr beliebte Trump lässt hier seine Macht spielen und spricht seine Unterstützung für republikanische Kandidaten aus, die ihm gegenüber loyal sind.

Teile der Partei versuchen gleichzeitig, Trumps Einfluss zurückzudrängen. Sie befürchten unter anderem, dass Trumps Fixierung auf seine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl 2020 und den angeblichen Wahlbetrug den Republikanern bei den nächsten Wahlen schaden könnte.

Auch bei der Kundgebung in Prescott Valley in Arizona dauerte es nicht lange, bis Trump auf das Thema zu sprechen kam. Der Ex-Präsident redete zwar zunächst über Einwanderung – ein wichtiges Wahlkampfthema in dem an Mexiko grenzenden Bundesstaat. Schon bald richtete er seinen Fokus jedoch auf die Wahl 2020. »Die Wahl wurde manipuliert und gestohlen, und jetzt wird unser Land deshalb systematisch zerstört«, rief er der Menge zu. Der Republikaner weigert sich bis heute, seine Niederlage gegen US-Präsident Joe Biden einzugestehen.

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Pence vermied bei seinen Auftritten in Phoenix und im Süden Arizonas direkte Attacken auf Trump. In seiner Rede pries er lediglich die politischen Errungenschaften während der »vier Jahre der Trump-Pence-Regierung« an. Später kritisierte er auf Twitter jedoch indirekt Trumps Fixierung auf die Wahl 2020. »Wenn die Republikanische Partei es zulässt, dass sie sich vom Groll von gestern vereinnahmen lässt, werden wir verlieren«, sagte er.

asc/APF/dpa
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