Präsident gegen Ex-Sicherheitsberater Trump bezeichnet Bolton als Lügner

In einem Enthüllungsbuch erhebt John Bolton schwere Vorwürfe gegen Donald Trump. Insbesondere dessen angeblicher Umgang mit China sorgt für Aufregung. Nun versucht der Präsident, seinen Ex-Berater zu diskreditieren.
US-Präsident Trump über Auszug aus Boltons Buch: "Das ist nicht wahr"

US-Präsident Trump über Auszug aus Boltons Buch: "Das ist nicht wahr"

Foto:

MICHAEL REYNOLDS/EPA-EFE/Shutterstock

Donald Trumps gängige Verteidigungsstrategie ist der Gegenangriff – das bekommt nun auch sein früherer Sicherheitsberater John Bolton zu spüren. Hintergrund ist Boltons Enthüllungsbuch. Das "Wall Street Journal" hatte vorab einen Auszug veröffentlicht, wonach der US-Präsident zu Chinas Präsident Xi Jinping sagte, er solle den Bau von sogenannten Umerziehungslagern in der Region Xinjiang im Nordwesten Chinas vorantreiben.

"Das ist nicht wahr", sagte Trump der Zeitung mit Blick auf Boltons Schilderung. "Er ist ein Lügner." Bolton bezeichnet die Lager - wie scharfe Kritiker der Führung in Peking - in seinem Buch als "Konzentrationslager". Nach Schätzungen der US-Regierung sind dort mehr als eine Million Angehörige muslimischer Minderheiten inhaftiert, besonders betroffen sind die Uiguren.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Sanktionsgesetz gegen China: "Ich hätte das sehr leicht abschmettern können"

Trump wies darauf hin, dass er am Mittwoch ein vom Kongress beschlossenes Sanktionsgesetz unterschrieben hatte, mit dem China künftig für die Verfolgung der Minderheiten bestraft werden kann. "Ich hätte das sehr leicht abschmettern können", sagte Trump der Zeitung. Nach der Unterzeichnung des Gesetzes drohte China den USA mit Konsequenzen, ohne allerdings Details zu nennen.

Dem Gesetz zufolge muss die US-Regierung innerhalb von 180 Tagen chinesische Regierungsvertreter identifizieren, die für die Unterdrückung der uigurischen Minderheit und anderer muslimischer Gruppen in Xinjiang verantwortlich sind. Auf Grundlage des Gesetzes kann Trump Sanktionen gegen chinesische Regierungsvertreter verhängen oder sich dagegen entscheiden, wenn er feststellt, dass dies den nationalen Interessen der USA schaden würde.

Boltons Buch soll am 23. Juni erscheinen und laut Medienberichten eine Reihe explosiver Anschuldigungen gegen Trump enthalten. Darunter ist auch die Bitte an Chinas Präsident Xi Jinping, ihm bei der Wiederwahl im kommenden November zu helfen. Trump sagte dem Sender Fox, dass niemand härter gegenüber China und auch Russland auftrete als er. Er warf Bolton vor, mit seinem Buch "das Gesetz gebrochen" zu haben, da es streng geheime Informationen enthalte.

Trumps designierter Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl im November, Joe Biden, erklärte hingegen, das Bolton-Buch zeige, dass der Präsident "das amerikanische Volk verkauft hat, um seine politische Zukunft zu schützen". Sollten Boltons Schilderungen zutreffen, habe Trump seine "heilige Pflicht" verletzt, "die amerikanischen Interessen und Werte zu schützen".

mes/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.