Endspurt im US-Wahlkampf Biden-Team reagiert spöttisch auf Trumps Forderung nach Dopingtest

US-Präsident Trump behauptet, sein Kontrahent Joe Biden nehme vor öffentlichen Auftritten leistungssteigernde Medikamente. Bidens Team erwidert, Trump wolle offenbar "seine Argumente mit Urin vorbringen".
Joe Biden am Wochenende in Wilmington

Joe Biden am Wochenende in Wilmington

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Andrew Harnik / AP

Der US-Wahlkampf geht unter die Gürtellinie: Präsident Donald Trump hat seinen Rivalen Joe Biden wiederholt aufgefordert, sich auf aufputschende Medikamente testen zu lassen. Attacken wie diese versuchen die Demokraten eigentlich zu ignorieren, doch diesmal handelte sich Trump eine spöttische Antwort ein.

"Wenn der Präsident denkt, dass er seine Argumente am besten mit Urin vorbringen kann, soll er sich keinen Zwang antun", sagte Wahlkampfmanagerin Kate Bedingfield dem Nachrichtenportal "Politico" . Biden wolle bei der anstehenden Debatte mit Worten antworten.

Trump habe die Chance verschwendet, den Tod von 200.000 Amerikanern infolge der Corona-Epidemie in den USA zu verhindern, sagte Bedingfield - und verwendete dabei mit Blick auf Trumps unzureichendes Krisenmanagement die Formulierung "pissed away", was übersetzt so viel wie "vergeuden" bedeutet.

Der Präsident hatte am Sonntag abermals einen Medikamententest zur ersten TV-Debatte am Dienstag  gefordert. Die Form Bidens in den Debatten der Kandidaten der Demokratischen Partei im Frühjahr sei zu ungleichmäßig gewesen, behauptete er bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. "Leute sagen, er sei auf leistungssteigernden Medikamenten gewesen. Eine Menge Leute sagten das."

Auf die Nachfrage eines Journalisten, wer das außer ihm selbst noch gesagt habe, empfahl Trump, im Internet nachzuschauen. "Ich bin bereit, einen Medikamententest zu machen. Ich denke, er sollte das auch tun."

Trump und Biden treffen in der Nacht zum Mittwoch in der ersten von drei TV-Debatten aufeinander. Trump hatte vor vier Jahren auch schon einen Test seiner demokratischen Gegenkandidatin Hillary Clinton gefordert.

"The Rock" wirbt für Biden und Harris

Biden kann sich indes über einen prominenten neuen Unterstützer freuen: Hollywoodstar Dwayne "The Rock" Johnson will bei der anstehenden Präsidentschaftswahl für ihn und Kamala Harris stimmen. "Fortschritt erfordert Mut, Menschlichkeit, Empathie, Stärke, Freundlichkeit und Respekt", schrieb der Schauspieler bei Twitter. Er habe in der Vergangenheit schon für beide Lager gestimmt - doch bei dieser "kritischen Wahl" unterstütze er die beiden demokratischen Kandidaten.

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Dazu veröffentlichte Johnson ein siebenminütiges Video, in dem er die beiden Politiker interviewt. Er habe sich bis jetzt noch nie öffentlich für einen Kandidaten ausgesprochen, sagt er dort. Doch Biden und Harris hätten die Fähigkeit, das Land zu führen. Joe Biden habe mit viel Mitgefühl regiert - Biden war Vizepräsident unter Barack Obama. Über Kamala Harris sagt Johnson, sie sei "clever und zäh". Das Video wurde millionenfach aufgerufen.

mes/dpa
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