»Radikale, bösartige, rassistische Staatsanwälte« Trump hetzt Anhänger gegen Ermittler auf

Der US-Bundesstaat Georgia ermittelt gegen Donald Trump wegen unzulässiger Wahlbeeinflussung. Aufgrund einer Äußerung des ehemaligen Präsidenten bei einem Auftritt bestehen laut Staatsanwaltschaft nun »Sicherheitsbedenken«.
Ex-US-Präsident Donald Trump bei seinem »Save America«-Auftritt in Conroe im US-Bundesstaat Texas

Ex-US-Präsident Donald Trump bei seinem »Save America«-Auftritt in Conroe im US-Bundesstaat Texas

Foto: Brian Cahn / imago images/ZUMA Wire

Nach verbalen Attacken des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump gegen Ermittler wächst die Sorge vor Ausschreitungen. Die Bezirksstaatsanwältin von Fulton County im Bundesstaat Georgia wandte sich Medienberichten zufolge an die Bundespolizei FBI.

»Wir müssen zusammenarbeiten, um die Sicherheit der Öffentlichkeit zu gewährleisten und sicherzustellen, dass es in Atlanta nicht zu einer ähnlichen Tragödie kommt wie im Kapitol am 6. Januar 2021«, zitierten am Montag mehrere US-Medien aus einem Brief der Staatsanwältin Fani Willis.

Fani Willis, die Bezirksstaatsanwältin von Fulton County im Bundesstaat Georgia ermittelt gegen Donald Trump

Fani Willis, die Bezirksstaatsanwältin von Fulton County im Bundesstaat Georgia ermittelt gegen Donald Trump

Foto: LINDA SO / REUTERS

Die Staatsanwältin ermittelt gegen Trump wegen des Vorwurfs der unzulässigen Wahlbeeinflussung. Hintergrund ist unter anderem ein Anruf des damals schon abgewählten Präsidenten bei dem für die Wahlen in Georgia zuständigen Staatssekretär Brad Raffensperger Anfang Januar 2021. Trump forderte Raffensperger damals unverhohlen auf, genügend Stimmen für seinen Wahlerfolg in dem Bundesstaat zusammenzubringen. Der Republikaner weigert sich weiterhin, seine Niederlage bei der Wahl vom November 2020 einzuräumen.

Trump sprach am Wochenende in Texas von »radikalen«, »bösartigen« und »rassistischen« Staatsanwälten. Wenn diese etwas »Illegales« täten, hoffe er, »dass es in diesem Land den größten Protest geben wird, den wir je in Washington, D.C., in New York, in Atlanta und anderswo hatten«. Die Staatsanwälte hätten es auf ihn abgesehen. »In Wirklichkeit sind sie nicht hinter mir her. Sie sind hinter euch her«, sagte er zu der johlenden Menge.

Nach einer anstachelnden Rede Trumps hatten dessen Anhänger vor gut einem Jahr das US-Kapitol gestürmt.

Anfang Mai soll sich in Georgia ein Gremium von Geschworenen mit den Vorwürfen beschäftigen. Staatsanwältin Willis äußerte in ihrem Schreiben an das FBI nun »Sicherheitsbedenken« mit Blick auf den Termin. Gegen Trump laufen mehrere Ermittlungsverfahren in den USA.

jso/dpa
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