"Operation Warp Speed" Trump reklamiert Fortschritte bei Corona-Impfstoffentwicklung für sich

US-Präsident Trump hält das Regierungsprogramm "Operation Warp Speed" für maßgeblich bei den Erfolgen in der Corona-Impfstoffforschung. Der US-Konzern Pfizer war zuvor auf Distanz gegangen.
Donald Trump vor dem Weißen Haus: Neue Lockdowns "unter keinen Umständen"

Donald Trump vor dem Weißen Haus: Neue Lockdowns "unter keinen Umständen"

Foto: CARLOS BARRIA / REUTERS

Donald Trump hat sich nach seiner Niederlage bei der US-Präsidentschaftswahl erstmals zu dem Impfstoffprojekt "Operation Warp Speed" geäußert. Der US-Präsident beansprucht dabei offenbar die jüngsten Erfolge bei der Entwicklung einer Vakzine durch das deutsche Unternehmen Biontech und den Konzern Pfizer für sein Regierungsprogramm.

Die Chefin der Impfstoffentwicklung bei Pfizer, Kathrin Jansen, war gegenüber der "New York Times " zuletzt auf Distanz zu "Operation Warp Speed" gegangen. "Wir waren nie ein Teil von Warp Speed", sagte sie laut der Zeitung. Geld von der US-Regierung habe es nicht gegeben. Eine Unternehmenssprecherin hatte später jedoch mitgeteilt, man beteilige sich im Rahmen der Impfstofflieferung an dem Programm.

Trump gab dagegen an, Staatschefs aus dem Ausland hätten bereits angerufen und sich für die Leistungen der USA bedankt. Dass Pfizer den jüngsten Erfolg bei der Entwicklung eines Impfstoffes zunächst nicht mit der "Operation Warp Speed" in Verbindung gebracht habe, sei ein unglückliches Missverständnis gewesen.

Biontech, das mit dem Pharmakonzern Pfizer kooperiert, hatte in dieser Woche ein erfolgversprechendes Zwischenergebnis bei einer Corona-Impfstoffstudie vermeldet. Demnach verhindert die Vakzine von Biontech und Pfizer mindestens 90 Prozent der Covid-19-Erkrankungen. Das wäre ein extrem guter Wert.

20 Millionen Impfungen schon im Dezember

Nach Angaben des US-Präsidenten stehen Millionen Dosen des Impfstoffes schon bereit. Man warte nur noch auf eine Freigabe durch die Behörden. Zunächst sollen besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen versorgt werden, für die gesamte Bevölkerung soll der Impfstoff im April zur Verfügung stehen, sagte Trump. Die US-Regierung habe sich vertraglich bereits die Lieferung von 100 Millionen Impfdosen gesichert und habe die Option, schnell Millionen weitere Dosen zu bekommen.

Nach Angaben des für "Warp Speed" zuständigen Regierungsvertreters, Moncef Slaoui, sollen nach Erteilung von Notfallzulassungen bereits im Dezember rund 20 Millionen Menschen geimpft werden. Im Januar und den Folgemonaten sollten dann jeweils etwa 25 bis 30 Millionen geimpft werden, sagte Slaoui. Sobald weitere Impfstoffe zugelassen seien, könne die Zahl noch deutlich erhöht werden.

New York soll leer ausgehen

Zwei Impfstoffe sollen laut Slaoui schon in wenigen Wochen eine Notfallzulassung der Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA bekommen. Er verwies dabei auf die vielversprechenden Ergebnisse des von Pfizer und Biontech entwickelten Impfstoffs. Zudem erwähnte Slaoui einen von Moderna entwickelten Impfstoff, der die gleiche Plattform nutze und zu dem es schon bald ermutigende Ergebnisse geben solle.

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Der Bundesstaat New York soll dabei aber zunächst nicht berücksichtigt werden. Der demokratische Gouverneur Andrew Cuomo traue der Regierung in Washington nicht und wolle das Mittel separat prüfen. "Wir werden es also erst nach New York liefern, wenn wir die Genehmigung dazu haben", sagte Trump.

Der amtierende US-Präsident kritisierte Cuomo damit indirekt für seine Ankündigung vor einigen Wochen, einen zugelassenen Impfstoff von eigenen Experten auf seine Sicherheit prüfen zu lassen. Cuomo hatte dies mit Bedenken dazu begründet, dass Trump ein Mittel für politische Zwecke nutzen und vorzeitig an die Bevölkerung verteilen könnte.

Neue Lockdowns "unter keinen Umständen"

Mit Blick auf die weitere Strategie in der Corona-Pandemie sagte Trump, unter seiner Regierung werde es keine neuen Lockdowns geben. Seine Verwaltung werde "unter keinen Umständen" neue Einschränkungen beschließen, so Trump.

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat zuletzt dringende Sofortmaßnahmen der Regierung gegen die beschleunigte Ausbreitung der Corona-Pandemie gefordert. Nach einem Treffen mit seinem eigenen Expertenrat erklärte Biden am Freitag, die von den Medizinern präsentierten Fakten seien alarmierend.

Die Krise erfordere eine sofortige, entschiedene Antwort der Regierung in Washington, sagte Biden. Leider gebe es diese bisher nicht. "Ich bin der gewählte Präsident, aber Präsident werde ich erst im nächsten Jahr sein", führte Biden mit Blick auf den Amtsantritt am 20. Januar aus. "Die Krise respektierte keine Termine im Kalender, sie beschleunigt sich jetzt."

fek
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