Bestätigung von Bidens Sieg Trump wirft Arizonas Gouverneur Betrug vor

Die Bundesstaaten Arizona und Wisconsin haben Joe Biden als Gewinner bei der US-Präsidentschaftswahl bestätigt. Der wütende Amtsinhaber Donald Trump reagiert mit einer indirekten Drohung.
US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump

Foto: ANDREW CABALLERO-REYNOLDS / AFP

Aus Donald Trumps Sicht muss es einem Affront gleichkommen. Arizonas Gouverneur Doug Ducey, ein Republikaner, hatte es gewagt, Trumps Niederlage bei der US-Präsidentschaftswahl in dem Bundesstaat zu bestätigen. Damit ist auch offiziell: Joe Biden, Trumps designierter Nachfolger, hat den Staat im Südwesten der Vereinigten Staaten zum ersten Mal seit 1996 für die Demokraten gewonnen.

Der scheidende Amtsinhaber wiederum reagierte wütend auf die jüngste Nachricht aus Arizona. Auf Twitter ging er seinen Parteifreund Ducey direkt an. »Warum überstürzt er es, einen Demokraten ins Amt zu bringen?«, schrieb Trump – ergänzt mit einer indirekten Drohung: »Was ist los mit Doug Ducey? Die Republikaner werden sich lange daran erinnern!«

Trump hatte die Präsidentschaftswahl am 3. November klar gegen Biden verloren. Der Republikaner kam auf 232 Wahlleute, während sein Herausforderer 306 Wahlleute auf sich vereinte. Allerdings hatten die ersten Zahlen in der Wahlnacht ein knapperes Rennen suggeriert. In mehreren Bundesstaaten entschied erst die Auszählung der per Post abgegebenen Stimmen zugunsten Bidens.

Trump beklagte nun erneut einen angeblichen Betrug bei der Wahl, für den es jedoch keinerlei Beweise gibt. Er verbreitete zudem Tweets anderer Nutzer weiter, darunter eine Nachricht, wonach Republikaner Ducey die Menschen in Arizona »betrogen« habe. Trump schrieb in Großbuchstaben dazu: »Stimmt!«

Anruf aus dem Weißen Haus?

Bevor Trump über Ducey twitterte, hatte sich auf der Plattform eine Szene der Beglaubigung der Wahlergebnisse am Montag verbreitet: Ducey holt sein Handy aus dem Jackett, bei genauem Hinhören ist kurz das Lied zu Ehren des amerikanischen Präsidenten »Hail to the Chief« zu erkennen. Wenige Minuten später vibriert ein Handy etwa 20 Sekunden lang, bis Ducey nach seinem greift und es ruhig wird.

Ducey hatte im Juli bei einer Pressekonferenz über seine guten Beziehungen ins Weiße Haus gesprochen und gesagt, er habe einen so direkten Austausch mit Trump und dessen Stellvertreter Mike Pence, dass er sich »Hail to the Chief« als Klingelton eingerichtet habe, »weil ich keinen weiteren Anruf direkt aus dem Weißen Haus verpassen wollte«. Es gab keine offizielle Bestätigung dafür, dass es Duceys Handy war, das während der Beglaubigung mit »Hail to the Chief« klingelte – und dass es sich wirklich um Anrufe aus dem Weißen Haus handelte.

Auch Wisconsin bestätigt Biden-Sieg

Trump versucht bislang ohne Erfolg, das Ergebnis der Wahl zu kippen, aus der er als Verlierer hervorgegangen ist. Vor Arizona hatten auch schon andere Bundesstaaten wie Georgia die Ergebnisse der Wahl mit Bidens Sieg bestätigt. Den dortigen Gouverneur, den Republikaner Brian Kemp, hatte Trump in der Folge ebenfalls attackiert. Er schäme sich, ihn unterstützt zu haben, sagte Trump etwa am Sonntag bei Fox News.

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Nach Arizona bestätigte auch Wisconsin Bidens dortigen Erfolg. Gouverneur Tony Evers verkündete am Montag via Twitter, er habe seine »Pflicht erfüllt« und das Wahlergebnis zertifiziert. Er bedankte sich bei den Beamten und Wahlhelfern in dem Bundesstaat, die mit ihrer »unermüdlichen« Arbeit für eine »sichere, faire und effiziente Wahl« gesorgt hätten.

kev/dpa
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