Auf Basis eines neuen Gesetzes E. Jean Carroll reicht Vergewaltigungsklage gegen Trump ein

In New York ist es nun möglich, bei zuvor verjährten Vergewaltigungsvorwürfen zu klagen. Darauf beruft sich die Autorin E. Jean Carroll in ihrem juristischen Kampf gegen Ex-Präsident Donald Trump.
E. Jean Carroll im Juni 2019

E. Jean Carroll im Juni 2019

Foto: Craig Ruttle / AP

Sie hat ihre Ankündigung wahr gemacht: Die US-Autorin E. Jean Carroll ist mit einer neuen Klage gegen den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump vor ein New Yorker Gericht gezogen. Die 78-Jährige wirft dem Republikaner vor, sie Mitte der 1990er-Jahre in einem New Yorker Kaufhaus vergewaltigt zu haben. Wegen Körperverletzung und Rufschädigung verlangt Carroll nun unter anderem Schadensersatz, wie aus einer von ihren Anwälten am Donnerstag eingereichten Klageschrift  hervorgeht. Trump hat den Vorwurf der Vergewaltigung mehrfach zurückgewiesen.

Bislang hatte Carroll Trump nicht wegen des Vergewaltigungsvorwurfes selbst angeklagt, sondern lediglich wegen Verleumdung. Etwas anderes war nicht möglich: Die Frist für die Erhebung von Strafanzeigen wegen sexueller Übergriffe in den 1990er-Jahren war längst abgelaufen.

Ein neues Gesetz im US-Bundesstaat New York sieht nun aber eine solche Klagemöglichkeit für Betroffene sexueller Gewalt in weiter zurückliegenden Fällen vor. Unmittelbar nach dessen Inkrafttreten am Donnerstag reichten Carrolls Anwälte die neue Klage ein. So hatte sie es zuvor angekündigt.

In dem seit einiger Zeit andauernden Verleumdungsverfahren geht es um Aussagen, die im Jahr 2019 getätigt wurden. Carroll hatte den Vergewaltigungsvorwurf damals in einem Buchauszug öffentlich gemacht.

Trump wies die Anschuldigungen zurück – unter anderem mit den Worten, dass sie nicht sein Typ sei. Er warf ihr auch vor, nur ihr neues Buch verkaufen zu wollen. Carroll klagte daraufhin gegen Trump, weil er sie als Lügnerin dargestellt und damit verleumdet habe.

Im Oktober sollte Trump in dem Verfahren ursprünglich unter Eid aussagen. Die Anhörung wurde dann aber von einem Berufungsgericht ausgesetzt, weil Richter klären müssen, ob Trump vor juristischen Konsequenzen für Äußerungen geschützt ist, die er während seiner Präsidentschaft von 2017 bis 2021 getätigt hat.

kko/dpa
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