Gretchen Whitmer Mehrere Festnahmen wegen Entführungsplänen gegen US-Gouverneurin

Spätestens im Sommer sollen sie damit begonnen haben, die Tat zu planen: In den USA wurden sechs Männer festgenommen, weil sie Michigans Gouverneurin Gretchen Whitmer verschleppen wollten.
Gouverneurin Gretchen Whitmer: Für die geplante Verschleppung wurde offenbar ihr Ferienhaus observiert

Gouverneurin Gretchen Whitmer: Für die geplante Verschleppung wurde offenbar ihr Ferienhaus observiert

Foto: Rebecca Cook / REUTERS

In den USA sind mehrere Männer ins Visier der Ermittlungsbehörden geraten, weil sie ein Komplott gegen die Regierung im US-Bundesstaat Michigan geplant haben sollen. In einem am Donnerstag veröffentlichten Gerichtsdokument hieß es, dass die sechs Männer mindestens seit dem Sommer über die Entführung der demokratischen Gouverneurin Gretchen Whitmer diskutiert hätten. FBI-Angaben zufolge wurden die Verdächtigen festgenommen.

Für die geplante Verschleppung sei das Ferienhaus der Gouverneurin observiert worden. Im Falle einer Verurteilung drohten den Verdächtigen lebenslange Haftstrafen, erklärte der Staatsanwalt Andrew Birge bei einer Pressekonferenz.

Verdächtige diskutierten offenbar "gewaltsamen Sturz"

Anfang 2020 sei das FBI in sozialen Netzwerken darauf aufmerksam geworden, dass eine Gruppe von Leuten den "gewaltsamen Sturz bestimmter Regierungs- und Strafverfolgungskomponenten" diskutiert habe, zu der auch zwei der nun Festgenommenen gehörten. Um Unterstützung für ihre Anstrengungen zu bekommen, habe einer der Verdächtigen eine in Michigan ansässige Miliz angesprochen.

In einem Telefonat Mitte Juni soll einer der Verdächtigen gesagt haben, er benötige 200 Mann, um das Kapitol in der Hauptstadt Lansing zu stürmen und Geiseln zu nehmen, darunter die Gouverneurin, die wegen "Verrats" vor Gericht gestellt werden solle.

Whitmer macht Donald Trump Vorwürfe

Nach den Festnahmen der Verdächtigen äußerte sich Whitmer - und machte US-Präsident Trump dafür verantwortlich, während der Coronakrise Wut angefacht zu haben.

"Dies sollte ein Moment nationaler Einheit sein. Stattdessen hat unser Staatsoberhaupt die vergangenen sieben Monate damit verbracht, die Wissenschaft zu verleugnen, seine eigenen Gesundheitsexperten zu ignorieren, Misstrauen zu schüren, Wut anzufachen und denjenigen Trost zu spenden, die Angst, Hass und Spaltung verbreiten", sagte die Gouverneurin.

Whitmer erinnerte daran, dass sich Trump vergangene Woche beim TV-Duell gegen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden weigerte, Rechtsextreme und Hass-Gruppen eindeutig zu verurteilen. "Wenn unsere Anführer sprechen, haben ihre Worte Bedeutung, sie haben Gewicht", sagte sie.

Trumps Berater Jason Miller wies die Vorwürfe zurück. "Wenn wir über Hass sprechen wollen, dann schauen Sie, Gouverneurin Whitmer, in den Spiegel." Sie wache jeden Tag mit "Hass in ihrem Herzen" für Präsident Trump auf.

asc/fek/dpa
Mehr lesen über Verwandte Artikel