Cyberangriffe USA erheben Anklage gegen russische Geheimdienstmitarbeiter

Sie sollen für Angriffe auf das ukrainische Stromnetz und Frankreichs Präsidentschaftswahl verantwortlich sein: Die USA haben sechs russische Geheimdienstmitarbeiter wegen weltweiter Cyberattacken angeklagt.
Laut US-Generalstaatsanwaltschaft geht es um "die wohl zerstörerischste Serie von Cyberangriffen, die je einer einzelnen Gruppe zugeschrieben wurde"

Laut US-Generalstaatsanwaltschaft geht es um "die wohl zerstörerischste Serie von Cyberangriffen, die je einer einzelnen Gruppe zugeschrieben wurde"

Foto: Samuel Corum/ AFP

Es geht um eine Reihe schwerer Cyberangriffe: Jetzt haben die USA Anklage gegen sechs russische Offiziere des Militärgeheimdiensts GRU erhoben. Wie das US-Justizministerium am Montag mitteilte, sind die namentlich bekannten Beschuldigten im Alter zwischen 27 und 35 Jahren. Allerdings befinde sich keiner der Männer derzeit in den USA in Haft.

Laut dem Ministerium führten die Angeklagten ihre Cyberangriffe zwischen 2015 und 2019 durch. Ihr erster Angriff habe dem ukrainischen Stromnetz im Dezember 2015 sowie 2016 gegolten, wodurch in vielen Haushalten in der Ukraine mitten im Winter die Heizungen ausgefallen seien. Später sollen die Olympischen Winterspiele in Südkorea ins Visier der Angeklagten geraten sein, nachdem russischen Athleten die Teilnahme an den Spielen unter der eigenen Flagge wegen staatlich unterstützten Dopings untersagt worden war. Auch gegen die Partei des amtierenden französischen Präsidenten Emmanuel Macron, La République en Marche (LREM), soll die Gruppe Angriffe ausgeführt haben.

Schäden in Milliardenhöhe

Außerdem ist die Gruppe dem US-Justizministerium zufolge auch für Milliardenschäden durch den Erpressertrojaner "NotPetya" verantwortlich. Mit der Schadsoftware soll sie 2017 nicht nur US-Unternehmen wie den Liefergiganten FedEx und mehrere Krankenhäuser in Pennsylvania getroffen haben. Auch kritische Infrastrukturen wie die Kontrollmechanismen an der Unfallstelle von Tschernobyl sowie die Häfen von Mumbai und Amsterdam seien gestört worden. Weltweit soll "NotPetya" einen Verlust in Höhe von rund 850 Millionen Euro verursacht haben.

Der stellvertretende US-Generalstaatsanwalt John Demers sagte, die sechs GRU-Offiziere seien verantwortlich für "die destruktivste und zerstörerischste Serie von Computerangriffen, die je einer einzelnen Gruppe zugeschrieben wurde".

bmo/AFP

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