New York Ermittler durchsuchen Wohnung von Trumps Anwalt Giuliani

Gegen Rudy Giuliani wird seit Jahren wegen seiner Rolle in der Ukraine-Affäre ermittelt. Nun wächst der Druck auf den Anwalt des früheren US-Präsidenten Trump. In New York haben Behörden einen Durchsuchungsbeschluss vollstreckt.
Rudy Giuliani

Rudy Giuliani

Foto: Eduardo Munoz / REUTERS

Wegen seiner mutmaßlichen Verstrickungen in die Ukraine-Affäre ist Rudy Giuliani schon länger im Visier der US-Justiz. Nun haben Ermittler die Wohnung des früheren New Yorker Bürgermeisters in Manhattan durchsucht. Das berichten die Zeitung »New York Times«  und die Nachrichtenagenturen Reuters und AP übereinstimmend.

Den Berichten zufolge seien bei der Durchsuchung elektronische Geräte beschlagnahmt worden. Die »New York Times« bezeichnete es zudem als außerordentlichen Schritt, einen Durchsuchungsbeschluss gegen einen Anwalt zu vollstrecken – vor allem, wenn es sich dabei um den persönlichen Rechtsbeistand eines früheren Präsidenten handele, so das Blatt weiter.

Durchsuchung markiert Wendepunkt der Ermittlungen

Giuliani war von 1994 bis 2001 Bürgermeister von New York. Seit 2018 gehört er zu den Anwälten von Donald Trump. Der »New York Times« zufolge sei die Durchsuchung der Wohnung Giulianis ein wichtiger Wendepunkt in den langjährigen Ermittlungen.

Gegen den Anwalt laufen bereits seit 2019 Untersuchungen wegen seiner Rolle in der Ukraine-Affäre. Giuliani wird verdächtigt, gegen Gesetze verstoßen zu haben, die verdeckten ausländischen Einfluss auf die US-Wahlen verhindern sollen.

Bei der Ukraine-Affäre handelt es sich um eine politische Affäre um möglichen Amts- und Machtmissbrauch des damaligen US-Präsidenten Trump. Ihm wurde vorgeworfen, unter anderem den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gedrängt zu haben, gegen seinen politischen Rivalen Joe Biden und dessen Sohn Hunter ermitteln zu lassen.

Anlass waren damals Korruptionsvorwürfe gegen Biden und seinen Sohn. Trump soll versucht haben, sich auf diese Weise einen Vorteil bei der US-Präsidentschaftswahl 2020 zu verschaffen. Auch Giuliani soll in die Angelegenheit verwickelt gewesen sein.

Den Berichten zufolge versuchen das FBI und die Staatsanwaltschaft bereits seit Monaten Zugriff auf Giulianis Handys zu erhalten. Bisher blieben diese Gesuche jedoch erfolglos. Unter dem früheren Präsidenten Trump seien sie von führenden Staatsdienern im Justizministerium geblockt worden, heißt es weiter. Der Wechsel im Weißen Haus und im Justizministerium habe nun zu einem Richtungswechsel geführt.

Der Durchsuchungsbeschluss sei zwar kein ausdrücklicher Vorwurf des Fehlverhaltens gegen Giuliani, heißt es in der »New York Times«. Allerdings zeige er, dass die Ermittlungen eine neue Phase erreicht hätten. Um einen Durchsuchungsbeschluss zu erhalten, müssten die Ermittler einen Richter davon überzeugen, dass sie Grund genug zu der Annahme haben, dass ein Verbrechen begangen wurden sei und dass die Durchsuchung Beweise für das Verbrechen ergeben würde.

Giuliani selbst hat sich bisher nicht zu der Durchsuchung geäußert. Auch die zuständigen Behörden haben noch keine Details dazu veröffentlicht.

asc/Reuters/AP