Festnahme am Flughafen in New York Ehemaliger FBI-Agent soll für russischen Oligarchen gearbeitet haben

Der Milliardär Oleg Deripaska ist mit US-Sanktionen belegt. Dennoch sollen zwei Amerikaner für ihn gearbeitet und verdeckte Zahlungen erhalten haben. Nun wurden sie festgenommen.
Oleg Deripaska: Dienste eines ehemaligen FBI-Agenten gesichert?

Oleg Deripaska: Dienste eines ehemaligen FBI-Agenten gesichert?

Foto: Evgenia Novozhenna / REUTERS

Sicherheitskräfte haben einen ehemaligen Special Agent des FBI wegen seiner mutmaßlichen Verbindungen zu einem russischen Oligarchen festgenommen. Das teilt die US-Staatsanwaltschaft in New York mit . Laut dem Sender ABC  wurde der ehemalige FBI-Agent Charles McGonigal am Samstag auf der Rückreise aus Sri Lanka am New Yorker Flughafen John F. Kennedy festgenommen.

McGonigal und der ebenfalls festgenommene Dolmetscher Sergeij Schestakow hätten gegen US-Sanktionen verstoßen, indem sie für den russischen Milliardär Oleg Deripaska gearbeitet hätten, heißt es. Deripaska war bereits 2018 im Zuge des Ukrainekonflikts von den USA mit Sanktionen belegt worden, weil er offenbar im Namen eines hochrangigen Beamten der Regierung der Russischen Föderation gehandelt hatte.

McGonigal, ehemals in der Spionageabwehr des FBI in New York tätig, habe früher Ermittlungen gegen russische Oligarchen geführt und beaufsichtigt, darunter auch die gegen Deripaska, heißt es. 2021 habe McGonigal, der das FBI 2018 verlassen hatte, sich mit Sergeij Schestakow, einem ehemaligen russischen Diplomaten und heutigen Dolmetscher, verschworen, um für Deripaska zu arbeiten. Sie erklärten sich demnach bereit, für Deripaska gegen einen rivalisierenden russischen Oligarchen zu ermitteln. Dafür sollen sie Geld von Deripaska erhalten haben. Die Anklage erhebt den Vorwurf der Geldwäsche.

Bereits im Jahr 2019 sollen McGonigal und Schestakow, der die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, sich dafür eingesetzt haben, dass die US-Sanktionen gegen Deripaska aufgehoben werden. Die Bemühungen waren jedoch erfolglos.

FBI sieht sich in der Pflicht

Als Beamter hätte McGonigal wissen müssen, dass er einen Fehler begehe, sagte Staatsanwalt Damian Williams. FBI Assistant Director Michael J. Driscoll sagte: »Russische Oligarchen wie Oleg Deripaska üben im Auftrag des Kreml weltweit bösartigen Einfluss aus und werden mit Bestechung, Erpressung und Gewalt in Verbindung gebracht.« Deswegen müsse McGonigal bestraft werden: »Die Unterstützung einer ausgewiesenen Bedrohung für die Vereinigten Staaten und unsere Verbündeten ist ein Verbrechen, das das FBI weiterhin aggressiv verfolgen wird.«

Deripaska selbst war in den USA im September wegen Sanktionsverstößen angeklagt worden. Bei einer Verurteilung könnten Deripaska – der sich nicht in den USA aufhielt – laut US-Justizministerium bis zu 20 Jahre Haft drohen.

ptz
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