Konservativer Kulturkampf in den USA Florida verbietet Transgender-Mädchen die Teilnahme am Mädchen-Schulsport

In Florida müssen sich Transfrauen und -mädchen künftig wieder mit Jungen im Schulsport messen. Floridas Gouverneur feiert das als Schritt zu mehr Fairness. Doch an der Maßnahme gibt es heftige Kritik.
Gouverneur Ron DeSantis: »In Florida werden Mädchen Mädchensport und Jungs Jungssport machen«

Gouverneur Ron DeSantis: »In Florida werden Mädchen Mädchensport und Jungs Jungssport machen«

Foto: JOE SKIPPER / REUTERS

Der Kulturkampf konservativer Amerikaner wird in den USA mehr und mehr auf dem Rücken von minderjährigen Transmädchen ausgetragen. »Wir halten uns an die Biologie und nicht an die Ideologie, wenn wir Sport machen«, sagte Floridas Gouverneuer Ron DeSantis laut der Nachrichtenagentur Reuters – und setzte ein Gesetz in Kraft, das Transmädchen vom Mädchen-Schulsport ausschließt.

Unter anderem Alabama, Arkansas, Mississippi, Montana, Tennessee und West Virginia hatten in der Vergangenheit bereits ähnliche Gesetze verabschiedet, nun folgt mit Florida der bislang bevölkerungsreichste US-Bundesstaat. »In Florida werden Mädchen Mädchensport und Jungs Jungssport machen«, sagte DeSantis demnach. Er rechtfertigte den Schritt damit, dass so für Frauen wieder Fairness sichergestellt werde. Der Gouverneur gilt als enger Vertrauter des Ex-Präsidenten Donald Trump.

Fairere Wettbewerbe dürften indes nicht der einzige Grund für die Maßnahme sein. Die Frage, ob Transgender-Athletinnen im Schulsport gegen Mädchen und Frauen antreten dürfen, sorgt in den USA immer wieder für heftige Debatten. Ein Verbot ist ein Kernanliegen amerikanischer Konservativer.

Zuletzt hatte sich dazu auch die Transfrau und -aktivistin Caitlyn Jenner geäußert – und sich gegen Transmädchen im Mädchensport ausgesprochen. DeSantis unterzeichnete das Gesetz in einer christlichen Schule in der Stadt Jacksonville.

Brisanter Zeitpunkt

Der Zeitpunkt, zu dem DeSantis das Dekret nun in Kraft setzte, ist brisant. US-Präsident Joe Biden hatte laut Reuters kurz zuvor in einer Proklamation den »Pride Month« ausgerufen, in dem LGBTQ+-Menschen gefeiert werden sollen. Sein Vorgänger Trump hatte sich diesem symbolischen Akt während seiner Amtszeit stets verweigert.

Aktivisten kritisierten die Maßnahme in Florida scharf. Die Human Rights Campaign kündigte eine Klage gegen das Gesetz an und bezeichnete es als »falsch« und »diskriminierend«. Es gefährde das Wohlergehen von Transgender-Kindern, sagte der Präsident von Human Rights Campaign, Alphonso David. »Transgender-Kinder sind Kinder, Transmädchen sind Mädchen. Wie alle anderen Kinder verdienen sie die Möglichkeit, mit ihren Freunden Sport zu machen und Teil eines Teams zu sein.«

Die College-Sportvereinigung NCAA hatte das Gesetzesvorhaben in Florida bereits im April abgelehnt. Man werde Veranstaltungen nur in Staaten stattfinden lassen, die »frei von Diskriminierung« seien, teilte der Verband mit.

fek/Reuters
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