Hunderttausende Teilnehmer erwartet Großdemonstrationen für Recht auf Abtreibung in den USA geplant

Der Supreme Court könnte das bisherige US-Abtreibungsrecht zu Fall bringen. Dagegen formiert sich Widerstand, in zahlreichen Städten der USA wollen am Samstag Menschen auf die Straße gehen.
Protest gegen drohende Aufhebung von Grundsatzurteil in Boston (am 6. Mai)

Protest gegen drohende Aufhebung von Grundsatzurteil in Boston (am 6. Mai)

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IMAGO/Keiko Hiromi / IMAGO/AFLO

Befürworter des Rechts auf Schwangerschaftsabbrüche wollen am Samstag in den USA landesweit gegen die drohende Aufhebung eines Grundsatzurteils zum Abtreibungsrecht demonstrieren. Geplant sind unter anderem Protestmärsche in den Großstädten Austin, Chicago, Los Angeles, New York und Washington. Die Organisatoren erwarten Hunderttausende Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Anlass der Proteste ist ein Anfang vergangener Woche durchgesickerter Urteilsentwurf des Obersten Gerichtshofs des Landes. Demnach könnte der Supreme Court das seit fast 50 Jahren geltende Grundsatzurteil »Roe v. Wade« kippen, das ein Grundrecht auf Abtreibungen verankert hatte . Weil es kein Bundesgesetz zu diesem Thema gibt, hätten Bundesstaaten in der Folge freie Hand, Abtreibungen zu verbieten oder den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen drastisch einzuschränken. Rund die Hälfte der 50 Bundesstaaten dürfte diesen Weg gehen.

Am Mittwoch waren die Demokraten im US-Senat mit dem Versuch gescheitert, das Recht auf Abtreibung in einem Bundesgesetz zu verankern. Bei einer Abstimmung votierten nur 49 der 100 Senatoren dafür, sich weiter mit der Gesetzesvorlage zu befassen – damit wurde die in diesem Fall erforderliche Mehrheit von 60 Stimmen wie erwartet klar verpasst.

sol/AFP