»Risiko für unsere Streitkräfte« US-Heer will Impfverweigerer entlassen

Tausende US-Soldaten haben sich bisher nicht impfen lassen. Im Verteidigungsministerium sieht man darin eine Gefahr für das Heer. Nun sollen Impfverweigerer zwangsweise ins Zivilleben zurückkehren.
Soldatin bei einer Übung in Kentucky: Seit vergangenem Jahr gilt für US-Militärangehörige eine Impfpflicht

Soldatin bei einer Übung in Kentucky: Seit vergangenem Jahr gilt für US-Militärangehörige eine Impfpflicht

Foto: Jon Cherry / Getty Images

Tausenden US-Soldaten droht der Ausschluss aus dem Militärdienst. Das US-Heer hat angekündigt, Impfverweigerer zu entlassen. »Nicht geimpfte Soldaten stellen ein Risiko für unsere Streitkräfte dar und gefährden unsere Bereitschaft«, sagte die Heeresverantwortliche im US-Verteidigungsministerium, Christine Wormuth, am Mittwoch. »Wir werden mit dem Prozess der Entlassung von Soldaten beginnen, die die Pflichtimpfung verweigern und nicht auf eine endgültige Entscheidung über eine mögliche Befreiung warten.«

Laut Mitteilung des Heeres könnten so mehr als 3000 der insgesamt 480.000 Soldaten zwangsweise ins Zivilleben zurückkehren. Bis Ende Januar waren bereits sechs hochrangige Offiziere – darunter zwei Bataillonskommandeure – wegen Impfverweigerung suspendiert worden. 3000 Soldaten erhielten demnach eine »Rüge«.

97 Prozent der Militärangehörigen sind mindestens einmal geimpft

Die US-Marine hatte bereits vergangenen Oktober angekündigt, Impfverweigerer aus ihren Reihen zu entfernen. Laut Angaben vom Mittwoch mussten 118 Seeleute die Navy verlassen und 300 Soldaten das Marine Corps. Weitere 5000 Seeleute sind demnach noch nicht geimpft. Angaben des US-Verteidigungsministeriums zufolge haben 97 Prozent der etwa 1,4 Millionen Soldaten im aktiven Dienst mindestens eine Impfdosis erhalten.

Das US-Verteidigungsministerium hatte im vergangenen Jahr eine Impfpflicht für Militärangehörige eingeführt. Diese gilt sowohl für aktive Soldaten als auch für Reservisten und Mitglieder der Nationalgarde. Verteidigungsminister Lloyd Austin hatte wiederholt betont, die Impfungen seien entscheidend für den Erhalt gesunder, einsatzbereiter Streitkräfte.

Die Coronalage in den USA entspannt sich derzeit etwas. Die Omikron-Welle hatte das Land um den Jahreswechsel heftig getroffen – die Fallzahlen schnellten extrem in die Höhe. Derzeit geht die Zahl der täglichen Neuinfektionen deutlich zurück. Im Durchschnitt der vergangenen Tage verzeichnete das Land 446.000 neue Fälle pro Tag. Im Vergleich zur Vorwoche ist das ein Rückgang um 36 Prozent. Dies teilte die nationale Gesundheitsbehörde CDC am Mittwoch in Washington mit.

asc/AFP/AP/dpa