»Wir arbeiten daran« Biden drängt auf Gipfel mit Putin

Die USA und Russland belegten sich zuletzt mit Sanktionen. Um die Lage zu deeskalieren, will US-Präsident Biden im Juni seinen russischen Amtskollegen Putin treffen. Mehrere EU-Länder haben sich bereits als Gastgeber angeboten.
US-Präsident Joe Biden: »Hoffnung und Erwartung«

US-Präsident Joe Biden: »Hoffnung und Erwartung«

Foto: Alex Edelman - Pool Via Cnp / imago images/ZUMA Wire

US-Präsident Joe Biden hofft bei seiner ersten Auslandsreise nach Europa im kommenden Monat auf das von ihm vorgeschlagene Gipfeltreffen mit Kremlchef Wladimir Putin. »Das ist meine Hoffnung und Erwartung«, sagte Biden im Weißen Haus. »Wir arbeiten daran.«

Putin hatte sich die Entscheidung über ein solches Spitzentreffen bislang offengehalten. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte den Vereinigten Staaten am Donnerstag im Staatsfernsehen »feindliche Schritte« vorgeworfen. Deshalb tue man sich mit der Zusage zu einem möglichen Gipfel schwer.

Biden hatte Putin bereits Mitte April in einem Telefonat ein Gipfeltreffen vorgeschlagen. Nach Angaben des Weißen Hauses sollte das Ziel des Treffens im Sommer in einem europäischen Drittstaat sein, »die gesamte Bandbreite der Themen zu erörtern, mit denen die Vereinigten Staaten und Russland konfrontiert sind«. Mehrere EU-Länder haben sich bereits als Gastgeber angeboten.

Länder verhängten Sanktionen gegeneinander

Als Vergeltung für Moskau zugeschriebene Hackerangriffe und Einmischungen in US-Wahlen hatten die USA kurz nach Bidens Gipfel-Vorschlag zehn russische Diplomaten ausgewiesen und neue Sanktionen verhängt. Russland reagierte mit der Ausweisung von zehn US-Diplomaten und mit Sanktionen gegen die USA. Darüber hinaus erließ die Regierung in Moskau eine Einreisesperre für hochrangige US-Regierungsvertreter.

Sträubt sich noch gegen ein Gipfeltreffen mit den USA: Russlands Präsident Wladimir Putin

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Foto: Alexei Druzhinin / dpa

Bereits zuvor hatte der US-Präsident in einem Interview die Frage bejaht, ob er Kremlchef Wladimir Putin für einen »Mörder« halte. Biden hat wiederholt betont, dass er keine Eskalation mit Russland wolle, dass das Handeln Moskaus aber Konsequenzen habe. Biden, seit dem 20. Januar im Amt, hatte bereits im Wahlkampf einen härteren Kurs gegenüber Russland angekündigt.

Seine erste Auslandsreise führt den US-Präsidenten im Juni zum G7-Gipfel (11. bis 13. Juni) nach Großbritannien und zum Nato-Spitzentreffen (14. Juni) nach Belgien. In Brüssel ist zudem ein Spitzentreffen mit der EU geplant. Mit der Reise will Biden sein Ziel unterstreichen, die transatlantischen Beziehungen und die Zusammenarbeit mit Verbündeten wiederzubeleben.

hba/dpa