Medienberichte Biden will China-Expertin Katherine Tai zur Handelsbeauftragten machen

Wie wichtig die Beziehungen zwischen den USA und China sind, zeigt die Personalie der künftigen Handelsbeauftragten: Berichten zufolge hat der designierte US-Präsident eine Expertin für die Volksrepublik im Sinn.
Joe Biden stellt sein Team für den Amtsantritt am 20. Januar zusammen

Joe Biden stellt sein Team für den Amtsantritt am 20. Januar zusammen

Foto:

Susan Walsh / AP

Die Beziehungen der USA zu China haben unter Präsident Donald Trump einen Tiefpunkt erreicht. Auch sein Nachfolger Joe Biden will in Handelsfragen die Konfrontation mit der Volksrepublik suchen. Dabei setzt er Medienberichten zufolge auf eine bewährte China-Expertin. Demnach will Biden Katherine Tai zur Handelsbeauftragten der Vereinigten Staaten machen.

Tai werde Robert Lightizer nachfolgen, berichteten unter anderem die »New York Times «, der Sender CNN und die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Tai wäre die erste asiatischstämmige Vertreterin und vierte Frau in Bidens Regierungsmannschaft. Bei einer offiziellen Nominierung Tais müsste der US-Senat der Personalie zustimmen, wie es bei allen Ministern der Regierung üblich ist.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die auf Handelsrecht spezialisierte Juristin Tai hat Abschlüsse der Elite-Unis Yale und Harvard und spricht fließend Mandarin. Zurzeit arbeitet sie für den Finanz- und Steuerausschuss des US-Repräsentantenhauses. Von 2007 bis 2014 stand sie im Dienst des US-Handelsbeauftragten und kümmerte sich um die Beziehungen zu China.

Eindruck gemacht hat Tai auch mit ihrem Beitrag zum neuen Freihandelsvertrag mit Kanada und Mexiko. Abgeordnete von Bidens Demokraten und der Republikaner hätten sie daher für den Posten des Handelsbeauftragten empfohlen, berichtete das Nachrichtenportal »Politico«.

Trump hatte im Zuge seiner »America First«-Politik einen Handelsstreit mit China angefangen. Biden will die Handelsbeziehungen zur Volksrepublik in seinen ersten Amtsmonaten unverändert lassen.

Auch Zollstreit mit EU wäre Aufgabe für Tai

Als Handelsbeauftragte müsste Tai sich unter anderem mit dem Zollstreit mit der Europäischen Union wegen Subventionen für die Luftfahrtkonzerne Airbus und Boeing beschäftigen sowie mit anderen Handelsstreitigkeiten wegen Zöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte.

Biden legt am 20. Januar seinen Amtseid als US-Präsident ab. Anfang Dezember hat er begonnen, seine Regierungsmannschaft zusammenzustellen, zu der etwa die frühere Chefin der US-Zentralbank, Janet Yellen, gehören wird.

mes/AFP/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.