Erste afroamerikanische Frau auf Banknote Biden-Regierung plant 20-Dollar-Schein mit Porträt von Harriet Tubman

Das Konterfei einer Sklavin ersetzt die Abbildung eines Sklavenhalters: Die 20-Dollar-Note soll ein neues Aussehen bekommen. Millionen Amerikaner hatten sich an der Auswahl beteiligt.
Ein Mitarbeiter des Kapitols platzierte ein Protestschild, als 2019 der vorläufige Stopp des Projekts verkündet wurde

Ein Mitarbeiter des Kapitols platzierte ein Protestschild, als 2019 der vorläufige Stopp des Projekts verkündet wurde

Foto: YURI GRIPAS / REUTERS

Die neue US-Regierung nimmt Pläne für den ersten Geldschein mit dem Porträt einer afroamerikanischen Frau wieder auf. Das Finanzministerium wolle Harriet Tubman »auf den 20-Dollar-Schein bringen«, kündigte die Sprecherin des US-Präsidenten Joe Biden am Montag an. Es sei wichtig, »dass unsere Banknoten, unser Geld, die Geschichte und Diversität unseres Landes zeigen«, sagte sie. Bidens Vorgänger Donald Trump hatte das Projekt gestoppt.

Der Plan für den neuen Geldschein war noch unter Trumps Vorgänger Barack Obama entstanden. Trump hatte das Vorhaben im Wahlkampf als »reine politische Korrektheit« kritisiert und es 2019 ausgesetzt. Er bewundere den Präsidenten Andrew Jackson, der von 1829 bis 1837 amtierte und seit 1928 auf dem 20-Dollar-Schein abgebildet ist, sagte er damals zur Begründung.

Ehemalige Sklavin soll Sklavenhalter ersetzen

Unter Obama hatte das Finanzministerium eine Bürgerbefragung für die Neugestaltung der Banknote durchgeführt. Millionen von Amerikanern hatten sich daran beteiligt. Die für den Geldschein ausgewählte Tubman lebte von 1822 bis 1913. Sie war der Sklaverei entkommen und setzte sich anschließend für deren Abschaffung ein. Als Aktivistin der Organisation Underground Railroad gelang es ihr, zahlreiche Afroamerikaner aus den Sklavenhalterstaaten des Südens in den Norden der USA und damit in die Freiheit zu schleusen.

Der bislang auf dem Geldschein prangende Jackson war hingegen selbst Sklavenhalter. Als General leitete er den Angriff auf das sogenannte Negro Fort in Florida, eine Ansiedlung früherer Sklaven. Als Präsident war Jackson dann für die Zwangsumsiedlungen von amerikanischen Ureinwohnern aus ihren Heimatgebieten im Südosten der USA in Territorien westlich des Mississippi-Stroms verantwortlich. Dabei starben Tausende an Hunger und Krankheit.

ire/AFP
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