Corona in den USA Kalifornien verhängt erneut weitreichenden Lockdown

Wegen weiterhin Tausender täglicher Neuinfektionen müssen in Kalifornien erneut Bars und Restaurants schließen. Das Weiße Haus verfolgt Berichten zufolge indes einen neuen Plan: Die Diskreditierung des Immunologen Fauci.
Bürgerinnen und Bürger mit Maske in Santa Monica

Bürgerinnen und Bürger mit Maske in Santa Monica

Foto: Marcio Jose Sanchez/ AP

In Kalifornien müssen Bars, Kinos, Zoos und Museen erneut schließen. Das teilte Gouverneur Gavin Newsom auf Twitter mit. Auch Restaurants dürfen demnach ihre Gäste nicht mehr in Innenbereichen bewirten. In dem US-Bundesstaat waren am Sonntag mehr als 8.300 neue Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden.

In 30 besonders stark betroffenen Bezirken müssen demnach unter anderem auch Fitnessstudios, Friseursalons und Einkaufszentren schließen, wenn der Betrieb in geschlossenen Räumen stattfinde.

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Mit den erneuten Schließungen geht Kalifornien einen anderen Weg als Florida, wo am Samstag beispielsweise der Vergnügungspark Disney World in der Stadt Orlando wieder öffnete. Florida hat mit 12.600 Neuinfektionen am Montag laut der Nachrichtenagentur Reuters den zweithöchsten Tageswert seit Beginn der Corona-Pandemie bekannt gegeben.

Auch die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Covid-19-Patienten stieg zuletzt um 500 an nur einem Tag, insgesamt werden laut Reuters allein in Florida rund 8.000 Menschen stationär behandelt. In 47 Krankenhäusern sind die Intensivversorgungsbereiche demnach vollständig belegt.

Am Sonntag war mit mehr als 15.000 Neuinfektionen an nur einem Tag in Florida der bisherige tägliche Höchststand erreicht worden. Die Infektionszahlen stiegen laut Reuters zuletzt in rund 40 der insgesamt 50 Bundesstaaten wieder deutlich an.

DER SPIEGEL

Donald Trump hält die besorgniserregenden Nachrichten über die rasant steigenden Zahlen dagegen wohl für unzutreffend. Er teilte einen Tweet des ehemaligen TV-Moderators Chuck Woolery. "Alle lügen", hatte dieser geschrieben, "die Medien, die Demokraten, unsere Ärzte - nicht alle, aber die meisten, obwohl wir ihnen glauben sollen". Auch gegen die nationale Seuchenbehörde CDC teilte Woolery aus - der Präsident verbreitete es.

Weißes Haus will offenbar Immunologen Fauci diskreditieren

Das Weiße Haus versucht Medienberichten zufolge, inmitten der Corona-Pandemie den renommierten Virenexperten und Präsidentenberater Anthony Fauci zu diskreditieren. Wie unter anderem die "Washington Post" und der Nachrichtensender CNN berichten, verteilte ein Vertreter des Weißen Hauses am Wochenende eine Liste mit Beispielen, in denen Fauci mit Blick auf das Coronavirus falsch gelegen haben soll.

"Mehrere Offizielle des Weißen Hauses sind besorgt über die Anzahl der Male, in denen Dr. Fauci bei Dingen falsch lag", heißt es laut US-Medien in der Erklärung, in denen Faucis frühere Äußerungen aufgelistet werden.

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Trump sagte dagegen laut der Nachrichtenagentur Reuters, er habe ein gutes Verhältnis zu Fauci, obwohl er mit diesem nicht immer übereinstimme. Fauci hatte die steigenden Infektionszahlen in den USA zuletzt auch auf die zerstrittene Politik zurückgeführt.

Der Präsident hatte Fauci jedoch immer wieder öffentlich angegriffen. Kürzlich sagte Trump dem Sender Fox News, Fauci habe während der Pandemie viele Fehler gemacht.

Fauci führte den erneuten Anstieg an Corona-Infektionen dagegen erneut auf die unzureichenden Lockdowns in den Bundesstaaten zurück. "Wir haben nicht alles dichtgemacht und deshalb gehen wir jetzt wieder hoch", sagte Fauci mit Blick auf die Infektionszahlen. Mit ausreichendem Abstand zu den Mitmenschen, dem Tragen von Masken, dem Meiden von Menschenansammlungen und Händewaschen ließe sich die Situation jedoch wieder in den Griff bekommen. "Ich denke, wir können das tun und das ist, was wir tun müssen", sagte Fauci.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es unter anderem im Titel, der Lockdown wurde verlängert. Tatsächlich wurden nach zwischenzeitlichen Lockerungen erneut Schließungen angeordnet, je nach Bezirk in unterschiedlichem Umfang. Wir haben die entsprechenden Passagen korrigiert.

fek/Reuters/AP
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