Einschüchterung von Dissidenten USA klagen acht angebliche chinesische Agenten an

Sie sollen chinesische Dissidenten in den USA "belästigt, verfolgt und genötigt" haben: Die Justizbehörden klagen acht angebliche Agenten an. Der Staatsanwalt spricht vom ersten Fall dieser Art.
FBI-Direktor Christopher Wray: "Es ist empörend"

FBI-Direktor Christopher Wray: "Es ist empörend"

Foto: SARAH SILBIGER / AFP

Die US-Justizbehörden haben acht Menschen angeklagt, die in den USA als chinesische Agenten fungiert haben sollen. Die Angeklagten sollen versucht haben, Dissidenten zur Rückkehr nach China zu zwingen. Fünf von ihnen seien am Mittwoch in den USA festgenommen worden, teilten die Justizbehörden in New York mit. Die drei anderen hielten sich vermutlich in China auf. Die USA haben kein Auslieferungsabkommen mit China.

Im Rahmen der von 2016 bis 2019 andauernden Operationen "Fox Hunt" (Fuchsjagd) und "Skynet" sollen die acht Verdächtigen politische Gegner von Chinas Präsident Xi Jinping in den USA "belästigt, verfolgt und genötigt" haben, um sie zur Rückkehr nach China zu bewegen. Bei Verurteilung drohen den Angeklagten mehrjährige Freiheitsstrafen.

Angeklagter widerspricht Anschuldigungen

"Dies ist der erste Fall dieser Art und ich halte ihn für bedeutsam", sagte der US-Staatsanwalt des östlichen Bezirks von New York, Seth DuCharme. Der Fall zeige direkte Bemühungen Chinas, eigene Interessen auf amerikanischem Boden unter Verletzung der US-Gesetze zu verfolgen. FBI-Direktor Christopher Wray sagte, China verhalte sich gesetzlos. "Es ist empörend, dass China glaubt, es könne an unsere Küsten kommen, illegale Operationen durchführen und die Menschen hier in den Vereinigten Staaten ihrem Willen beugen.''

Eine Reaktion der chinesischen Botschaft zu den Vorwürfen stand zunächst noch aus. Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte einen der Angeklagten mit den Worten: "Ich verstehe das nicht, weil ich nichts Illegales getan habe." Weitere Reaktionen der Angeklagten waren zunächst nicht bekannt.

Die Anklagen gehören zu einer Reihe von Maßnahmen, die die Trump-Regierung in jüngster Zeit gegen China ergriffen hat. Trump betrachtet China als Hauptgegner und Feind und macht die Regierung für den Ausbruch des Coronavirus verantwortlich.

ptz/dpa/Reuters
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