Immer schärfere Gesetze Kosten für Abtreibungen in den USA schießen in die Höhe

In vielen US-Bundesstaaten sind Schwangerschaftsabbrüche verboten, die Republikaner planen außerdem ein Bundesgesetz. Die »New York Times« hat nun untersucht, welche Einschnitte das für Hilfe suchende Frauen bedeutet.
Frauen in den USA demonstrieren gegen die Verschärfung von Abtreibungsgesetzen

Frauen in den USA demonstrieren gegen die Verschärfung von Abtreibungsgesetzen

Foto: Sandy Huffaker / AFP

Die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch sind in den USA massiv gestiegen. Das berichtet die »New York Times«  unter Berufung auf Hilfsgruppen, die Frauen bei Abtreibungen finanziell unterstützen. Noch im vergangenen Jahr hätten Frauen vom D.C. Abortion Fund demnach im Schnitt 250 Dollar erhalten, mittlerweile liege die Unterstützung im Schnitt bei 850 Dollar.

Dazwischen liegt ein in den USA umstrittenes und scharf diskutiertes Urteil: Bis Ende Juni sicherte eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von 1973 das Recht auf Abtreibung. Schwangerschaftsabbrüche waren bundesweit mindestens bis zur Lebensfähigkeit des Fötus erlaubt. Dieses Urteil wurde von der rechten Mehrheit des Gerichts in einer historischen Entscheidung aufgehoben.

Früher 30 Hilfesuchende, heute 50

In der Folge können die Parlamente in den Bundesstaaten oder der Kongress per Gesetz entscheiden, ob und wie Abtreibungen erlaubt oder verboten sind. Viele US-Bundesstaaten, vor allem im Süden und Mittleren Westen, haben Abtreibungen mittlerweile verboten. Wer dennoch abtreiben will oder muss, muss nun über Landesgrenzen hinweg Hilfe suchen – und dafür mehr Kosten in Kauf nehmen.

Laut »New York Times« würden seit dem Urteil des Obersten Gerichtshofs deutlich mehr Frauen Unterstützung bei Hilfsvereinen erbitten. So habe zum Beispiel die Midwest Access Coalition vor dem Urteil im Schnitt 30 Fälle pro Woche behandelt, etwa 1000 Dollar Unterstützung seien pro Kopf ausgegeben worden. Nun unterstütze der Verein 50 Frauen pro Woche und gebe die doppelte Summe aus.

Landesweit ist ein Tauziehen um Abtreibungsrechte entstanden. Sowohl die Demokraten als auch die Republikaner versuchen, Abtreibungen bundesweit gesetzlich zu regeln. Die Demokraten wollen das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche landesweit schützen – ein entsprechender Gesetzentwurf wurde im Juli vom Repräsentantenhaus verabschiedet, hat aber im Senat nicht die notwendige Mehrheit. Die Republikaner hoffen darauf, Schwangerschaftsabbrüche US-weit beschränken zu können.

mrc
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